Kurz & klar
Liegt die Gesamtalkalinität im Salzwasserpool über 120 mg/l, senkst du sie mit Säure in mehreren Etappen: pH-Minus zugeben, bis der pH-Wert bei etwa 7,0 liegt, dann das Wasser belüften, damit der pH-Wert ohne neue Alkalinität wieder steigt, und den Vorgang wiederholen, bis die Alkalinität im Sollbereich von 80–120 mg/l liegt. Weil die Elektrolyse den pH-Wert ohnehin nach oben treibt, ist im Salzwasserpool der untere Teil dieses Bereichs günstiger.
- Sollwert Alkalinität
- 80–120 mg/l
- Im Salzwasserpool günstig
- eher 80–100 mg/l
- Methode
- Säure + Belüften in Etappen
- Dauer
- meist mehrere Tage
Inhaltsverzeichnis
Warum ist die Alkalinität im Salzwasserpool so wichtig?
Die Alkalinität, auch Gesamtalkalinität oder TA genannt, ist der Puffer deines Poolwassers. Sie bestimmt, wie stark sich der pH-Wert bewegt, wenn Säuren oder Basen ins Wasser kommen. Gemessen wird sie in mg/l. Der Sollbereich liegt bei 80–120 mg/l.
Im Salzwasserpool spielt sie eine besondere Rolle, weil dort ständig eine Kraft auf den pH-Wert wirkt: Die Elektrolyse erzeugt an einer Platte Natronlauge, und die feinen Gasbläschen in der Zelle treiben Kohlendioxid aus dem Wasser. Beides lässt den pH-Wert steigen. Je höher die Alkalinität, desto mehr Kohlendioxid kann entweichen und desto hartnäckiger klettert der pH-Wert. Die Grundlagen erklärt der Beitrag Was ist Alkalinität im Pool?.
Welcher Bereich ist im Salzwasserpool optimal?
Der allgemeine Sollbereich von 80–120 mg/l gilt auch hier. Nach unserer Einordnung ist im Salzwasserpool der untere Teil, etwa 80–100 mg/l, günstiger. Der pH-Wert bleibt dann stabil genug, steigt aber weniger schnell an, und du brauchst weniger pH-Minus. Weiter unter 80 mg/l solltest du nicht gehen, sonst schwankt der pH-Wert bei Regen oder Säurezugabe stark.
Woran erkennst du eine zu hohe Alkalinität?
Der pH-Wert steigt ständig
Das deutlichste Zeichen: Du gibst pH-Minus, der Wert sinkt kurz und liegt zwei Tage später wieder über 7,6. Ein gewisser Anstieg ist im Salzwasserpool normal. Musst du aber fast täglich korrigieren, ist meist die Alkalinität zu hoch. Andere Ursachen beschreibt der Ratgeber pH-Wert steigt ständig.
Trübes Wasser und Kalkränder
Bei hoher Alkalinität und gleichzeitig hohem pH-Wert fällt Kalk aus. Das Wasser wird milchig, an der Wasserlinie bilden sich weiße oder graue Ränder, raue Stellen an Wänden und Boden fühlen sich wie Schmirgelpapier an.
Die Elektrolysezelle verkalkt
An der Zelle ist der pH-Wert lokal besonders hoch, dort fällt Kalk zuerst aus. Siehst du trotz Polumkehr regelmäßig weiße Beläge auf den Platten oder sinkt die Chlorproduktion, ist eine zu hohe Alkalinität ein häufiger Grund.
Chlor wirkt schwächer
Ein dauerhaft hoher pH-Wert schwächt das Chlor, das die Anlage produziert. Bei pH-Werten über 7,6 wirkt es deutlich schlechter. Algen und trübes Wasser sind die Folge, obwohl die Anlage läuft.
Woher kommt die hohe Alkalinität?
- Hartes Füllwasser: Leitungs- oder Brunnenwasser mit hoher Karbonathärte bringt viel Alkalinität mit. Mit jedem Nachfüllen wegen Verdunstung kommt neue dazu.
- Alkalinitäts-Plus oder Natron überdosiert: zum Beispiel beim Einstellen nach der Erstbefüllung.
- pH-Plus zu oft eingesetzt: etwa nach einer Überkorrektur mit pH-Minus.
- Verdunstung: Wasser verdunstet, gelöste Stoffe bleiben zurück, Nachfüllwasser bringt neue Härte.
Die Salzanlage selbst erhöht die Alkalinität nicht. Sie verstärkt aber die Folgen, weil sie den pH-Wert nach oben treibt. Prüf auch die Calciumhärte: Liegen Calciumhärte und Alkalinität beide hoch, steigt die Kalkgefahr deutlich. Der Langelier-Index hilft, das Gleichgewicht einzuschätzen.
Wie senkst du die Alkalinität Schritt für Schritt?
Die bewährte Methode heißt Säure plus Belüftung. Sie dauert einige Tage, ist aber sicher.
- Ausgangswerte messen: Alkalinität, pH-Wert, freies Chlor. Für genaue Werte lohnt eine Messung mit Photometer.
- pH-Minus berechnen: Ziel ist ein pH-Wert von etwa 7,0. Beim Bayrol-Granulat senken laut Hersteller 100 g pro 10 m³ den pH-Wert um 0,1. Von 7,6 auf 7,0 sind das bei 30 m³ rechnerisch rund 1,8 kg. Weil stark gepuffertes Wasser mehr Säure schluckt, kann es auch mehr sein: Dosiere in Teilmengen und miss zwischendurch.
- Säure dosieren: Granulat in einem Eimer Wasser vorlösen, bei laufender Pumpe vor den Einlaufdüsen verteilen. Schutzhandschuhe und Schutzbrille tragen, Säure immer ins Wasser geben, nie umgekehrt. Nie gleichzeitig mit Chlorprodukten dosieren.
- Einige Stunden umwälzen und erneut messen. Den pH-Wert nicht unter 7,0 drücken.
- Wasser belüften: Einlaufdüsen nach oben richten, Wasserfall, Gegenstromanlage oder Luftsprudler laufen lassen. Dabei entweicht Kohlendioxid, der pH-Wert steigt wieder an, die Alkalinität bleibt niedriger.
- Wiederholen, sobald der pH-Wert wieder über 7,4 liegt: erneut auf 7,0 senken, wieder belüften.
- Alkalinität nach jeder Runde messen und aufhören, sobald sie im gewünschten Bereich liegt.
Wie viele Runden nötig sind, hängt davon ab, wie weit die Alkalinität über dem Ziel liegt. Von 150 auf 100 mg/l dauert es oft mehrere Tage. Allgemeine Hinweise für alle Pooltypen bietet der Ratgeber Alkalinität senken.
Praxis-Tipp: Die Salzanlage darf während der Korrektur weiterlaufen. Bei einem pH-Wert um 7,0 wirkt das erzeugte Chlor sogar besonders gut. Miss das Chlor trotzdem täglich, weil die Zelle bei gleichbleibender Leistung nun spürbar mehr Wirkung erzielt.
Granulat oder flüssige Säure?
Für die Handdosierung ist Granulat auf Basis von Natriumhydrogensulfat am einfachsten zu handhaben. Flüssige Säure eignet sich vor allem für automatische Dosieranlagen. Beide senken pH-Wert und Alkalinität. Wichtig ist, nur ein Produkt zur Zeit zu verwenden und die Dosierangabe des jeweiligen Herstellers zu beachten. Mehr zur Korrektur des pH-Werts steht unter pH-Wert im Salzwasserpool zu hoch.
Hilft Verdünnen mit Frischwasser?
Nur, wenn dein Frischwasser deutlich weniger Alkalinität enthält als das Poolwasser. Bei hartem Leitungswasser bringt ein Teilwasserwechsel kaum etwas oder macht es sogar schlimmer. Dazu kommt, dass du beim Wechsel auch Salz verlierst und nachsalzen musst. Schau vorher auf die Angabe zur Karbonathärte deines Wasserversorgers.
Wie hältst du die Alkalinität dauerhaft stabil?
Regelmäßig messen
Prüfe die Alkalinität in der Saison etwa alle zwei Wochen und zusätzlich nach größeren Nachfüllmengen. Den pH-Wert misst du zwei- bis dreimal pro Woche. Alle Sollwerte auf einen Blick stehen in der Salzwasserpool-Werte-Tabelle.
Kleine Korrekturen statt großer Sprünge
Wer den pH-Wert immer erst bei 7,8 korrigiert und dann viel Säure auf einmal gibt, erzeugt starke Schwankungen. Besser: häufiger und in kleinen Mengen dosieren, sobald der pH-Wert über 7,4 steigt.
pH-Plus und Alka-Plus nur nach Messung
Viele Probleme mit zu hoher Alkalinität entstehen durch gut gemeinte Korrekturen. Gib alkalisierende Mittel nur, wenn die Messung eindeutig zu niedrige Werte zeigt.
Automatische pH-Dosierung
Eine Salzanlage mit pH-Regelung dosiert laufend kleine Mengen Säure. Das hält nicht nur den pH-Wert stabil, sondern verbraucht dabei auch nach und nach Alkalinität. Bei hartem Füllwasser ist das die bequemste Lösung. Passende Anlagen zeigt der Salzwasseranlagen-Vergleich.
Unnötige Belüftung vermeiden
Was beim Senken der Alkalinität hilft, ist im Alltag eher hinderlich: Wasserfälle, Sprudler und nach oben gerichtete Düsen treiben den pH-Wert nach oben. Lass solche Extras nur laufen, wenn du sie wirklich nutzt.
Passende Produkte
Bayrol pH-Minus Granulat 6 kg
Alkalinität und pH-Wert schrittweise senkenPools ohne Dosieranlage
Das Granulat ist der unkomplizierte Weg, um im Salzwasserpool Alkalinität und pH-Wert in Etappen zu senken. Mit 6 kg hast du genug Vorrat für die Korrektur und die laufende pH-Pflege danach.
Bayrol pH-Minus Liquid Domestic 20 l
Automatische pH-DosieranlagenSalzanlagen mit pH-Regelung
Wer eine Salzanlage mit pH-Regelung betreibt, braucht flüssiges pH-Minus. Die Regelung hält damit nicht nur den pH-Wert, sondern über die laufende Säurezugabe auch die Alkalinität langfristig im Zaum.
EASYTEST 7-in-1 Teststreifen
Alkalinität, pH-Wert und Chlor regelmäßig kontrollieren
Für die Kontrolle während der Korrektur reichen Teststreifen, die Alkalinität und pH-Wert gleichzeitig anzeigen. Für genaue Ausgangswerte lohnt sich zusätzlich ein Photometer oder eine Messung beim Fachhändler.