Kurz & klar
Grünes Poolwasser bedeutet fast immer Algen, weil zu wenig freies Chlor im Wasser war. So wird es wieder klar: Laub entfernen, Wände und Boden bürsten, den pH-Wert auf 7,0–7,4 bringen, abends eine Stoßchlorung mit etwa 10 mg/l freiem Chlor durchführen und die Filteranlage 24 Stunden durchlaufen lassen. Danach die abgestorbenen Algen absaugen und die Werte neu einstellen. Bei leichtem Befall dauert das ein bis drei Tage, bei dunkelgrünem Wasser auch eine Woche.
- Stoßchlorung
- ca. 10 mg/l freies Chlor
- pH vor dem Schocken
- 7,0–7,4 (Ziel 7,2)
- Wieder baden
- unter 1,0 mg/l, meist nach 24–48 h
Inhaltsverzeichnis
- 1.Warum ist mein Poolwasser grün?
- 2.Welche Farbe deutet auf welche Ursache hin?
- 3.Wie entstehen Algen so schnell?
- 4.Wie bekommst du einen grünen Pool wieder klar?
- 5.Was tun, wenn das Wasser trotz Chlor grün bleibt?
- 6.Wie verhinderst du, dass die Algen zurückkommen?
- 7.Muss ich mir Sorgen um Phosphate im Pool machen?
- 8.Häufige Fragen
Warum ist mein Poolwasser grün?
Grünes Poolwasser entsteht, wenn sich Algen schneller vermehren, als das Chlor sie abtöten kann. Fast immer lag der freie Chlorwert für einige Zeit zu niedrig, oft in Kombination mit einem zu hohen pH-Wert, warmem Wasser und zu kurzer Filterlaufzeit.
Typische Auslöser sind:
- Zu wenig Chlor: Der Wert lag unter 0,3 mg/l, etwa nach einer heißen Woche, vielen Badegästen oder einem Urlaub ohne Pflege.
- pH-Wert zu hoch: Über 7,6 wirkt Chlor deutlich schwächer, obwohl der Tester noch Chlor anzeigt.
- Gewitter und Regen: Regen verdünnt das Chlor, bringt Sporen, Staub und Nährstoffe ins Becken und senkt oft den pH-Wert. Was nach Starkregen zu tun ist, steht unter Pool nach Regen.
- Filter läuft zu kurz: Ohne ausreichende Umwälzung entstehen Zonen, in denen sich Algen ungestört ausbreiten.
- Zu viel Stabilisator: Liegt die Cyanursäure deutlich über 50 mg/l, bremst sie das Chlor. Hintergründe im Ratgeber Cyanursäure im Pool.
Welche Farbe deutet auf welche Ursache hin?
Nicht jedes Grün ist gleich. Ein kurzer Blick verrät, wie stark der Befall ist und ob überhaupt Algen dahinterstecken.
| Erscheinungsbild | Wahrscheinliche Ursache | Was zu tun ist |
|---|---|---|
| leicht grünlich, noch durchsichtig | beginnender Algenbefall | Anleitung unten, meist reicht eine Stoßchlorung |
| dunkelgrün, Boden nicht mehr sichtbar | starker Algenbefall | Anleitung unten, Chlorgabe meist wiederholen |
| grün und klar, keine Schlieren | gelöste Metalle wie Kupfer | kein Schockchlor, Metallentferner nutzen |
| gelbgrüner, pudriger Belag an schattigen Wänden | Gelbalgen | siehe Gelbalgen entfernen |
| dunkle, festsitzende Punkte | Schwarzalgen | siehe Schwarzalgen entfernen |
Riecht das Wasser zusätzlich modrig oder ist es schon braun-grün und schleimig, ist es umgekippt. Ob sich eine Rettung dann noch lohnt, klärt der Ratgeber Poolwasser umgekippt.
Wie entstehen Algen so schnell?
Algensporen gelangen ständig ins Becken, über Wind, Regen, Laub, Badekleidung oder Spielzeug. Solange genug freies Chlor im Wasser ist, werden sie sofort abgetötet. Fällt der Chlorwert ab und ist das Wasser warm, vermehren sie sich explosionsartig. Deshalb kann ein Pool scheinbar über Nacht von klar auf grün umschlagen.
Für gesunde Badegäste sind die meisten Algen selbst nicht direkt gefährlich, aber sie zeigen, dass die Desinfektion nicht mehr greift. Was das für die Gesundheit bedeutet, erklärt der Beitrag Wie gefährlich sind Algen im Pool?.
Wie bekommst du einen grünen Pool wieder klar?
Die folgenden sechs Schritte funktionieren bei Aufstell- und Einbaupools. Plane dafür mindestens zwei Abende ein.
1. Grobschmutz entfernen
Hol Laub, Insekten und sonstigen Grobschmutz mit dem Kescher heraus. Jedes Blatt verbraucht Chlor, das du gegen die Algen brauchst. Leere Skimmerkorb und Pumpenvorfilter.
Einen Poolroboter setzt du jetzt noch nicht ein. Seine Filter verstopfen mit Algenschleim sofort. Bei dickem Algenteppich am Boden kannst du mit einem Handsauger direkt ins Abwasser saugen, wenn deine Filteranlage eine Ventilstellung dafür hat. Welche Sauger sich bei Algen eignen, steht unter Poolsauger für Algen.
2. Wände und Boden bürsten
Bürste das gesamte Becken gründlich ab, besonders Ecken, Stufen, die Wasserlinie und Bereiche hinter der Leiter. Das löst den schützenden Algenfilm, damit das Chlor an die Algen herankommt. Für Folie und GFK nimmst du eine Bürste mit Kunststoffborsten.
3. pH-Wert und Alkalinität einstellen
Miss pH-Wert und Alkalinität. Bring den pH-Wert auf 7,0–7,4, ideal 7,2, bevor du chlorst. Bei 7,8 oder 8,0 verpufft ein großer Teil des Chlors wirkungslos. Ist er zu hoch, senkst du ihn mit pH-Minus, wie im Ratgeber pH-Wert senken beschrieben. Die Alkalinität sollte bei 80–120 mg/l liegen.
4. Abends stoßchloren
Für eine Stoßchlorung hebst du das freie Chlor auf etwa 10 mg/l an. Als Faustformel brauchst du 10 g Aktivchlor pro m³. Bei Granulat mit rund 56 % Aktivchlor sind das knapp 18 g Produkt pro m³, bei 70 % etwa 14 g. Die Herstellerangabe auf dem Etikett hat immer Vorrang.
Beispiel: Ein Pool mit 30 m³ und Granulat mit 56 % Aktivchlor braucht rund 540 g für eine Stoßchlorung.
- Schutzbrille und Handschuhe anziehen.
- Eimer mit Poolwasser füllen, dann das Granulat langsam einrühren. Nie Wasser auf die Chemie gießen.
- Lösung bei laufender Pumpe vor den Einlaufdüsen und verteilt am Beckenrand eingießen.
- Keine anderen Mittel gleichzeitig zugeben.
Abends ist wichtig, weil UV-Licht das Chlor tagsüber schnell abbaut. Ausführliche Hinweise, auch zu Flüssigchlor, findest du im Ratgeber zur Stoßchlorung.
5. Filteranlage durchlaufen lassen
Lass die Pumpe jetzt 24 Stunden ohne Pause laufen. Die abgestorbenen Algen färben das Wasser zunächst grau oder milchig. Der Filter fängt sie ab und setzt sich dabei schnell zu. Kontrolliere deshalb den Druck und spüle den Sandfilter zurück, sobald er 0,2–0,3 bar über dem Normaldruck liegt. Kartuschen spülst du aus oder tauschst sie, wenn sie stark verschmutzt sind.
6. Testen, ausgleichen, wieder testen
Miss am nächsten Morgen. Ist das freie Chlor über Nacht stark gefallen und das Wasser noch grün, war die Algenmenge größer als das Chlor. Dann folgt am Abend eine zweite Stoßchlorung. Ist das Wasser blau oder nur noch leicht grau, saugst du den Bodensatz ab und lässt den Filter weiterlaufen.
Gebadet wird erst wieder, wenn das Wasser klar ist, das freie Chlor unter 1,0 mg/l liegt und der pH-Wert wieder im Sollbereich ist. Das dauert meist 24–48 Stunden nach der letzten Chlorgabe.
Praxis-Tipp: Bleibt das Wasser nach zwei Tagen grau-trüb, setze eine Flockkartusche in den Skimmer oder nutze ein Klärmittel. Wie das geht, steht unter Flockungsmittel richtig anwenden.
Was tun, wenn das Wasser trotz Chlor grün bleibt?
Meist hat eine der folgenden Ursachen das Chlor ausgebremst:
- Zu wenig Chlor: Bei starkem Befall verbrauchen die Algen das Chlor in wenigen Stunden. Dann musst du nachlegen, bis der Wert über Nacht hoch bleibt.
- pH-Wert noch zu hoch: Erneut messen und korrigieren.
- Cyanursäure zu hoch: Über 75 mg/l hilft nur ein Teilwasserwechsel. Danach mit unstabilisiertem Chlor wie Calciumhypochlorit oder Flüssigchlor weiterarbeiten.
- Filter zu schwach oder verschmutzt: Filtersand, der älter als fünf Jahre ist, filtert oft nicht mehr richtig.
- Metalle statt Algen: Ist das Wasser klar und grün, bringt mehr Chlor nichts.
Wie verhinderst du, dass die Algen zurückkommen?
Algen kommen zurück, wenn die Routine nicht passt. Diese Punkte schützen am besten:
- Freies Chlor dauerhaft bei 0,3–1,0 mg/l halten und zweimal pro Woche messen.
- pH-Wert bei 7,0–7,4 halten, sonst wirkt das Chlor nicht.
- Filteranlage im Sommer 8–12 Stunden pro Tag laufen lassen.
- Wöchentlich bürsten und saugen, auch Ecken und Stufen.
- Nach Gewitter, Hitzewelle oder Poolparty zusätzlich messen.
- Den Pool bei Nichtbenutzung abdecken, damit weniger Laub und Pollen hineingelangen.
Einen kompletten Überblick über die Algenarten und ihre Behandlung bietet der Ratgeber Algen im Pool entfernen.
Muss ich mir Sorgen um Phosphate im Pool machen?
In den meisten Privatpools nicht. Phosphate sind Algennahrung und gelangen über Laub, Dünger, Pollen und Füllwasser ins Becken. Solange aber genug freies Chlor im Wasser ist, haben Algen trotzdem keine Chance. Phosphatentferner sind daher kein Ersatz für eine korrekte Chlorpflege. Sinnvoll sein können sie, wenn dein Pool trotz guter Werte immer wieder zu Algen neigt, etwa weil gedüngter Rasen direkt angrenzt.
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