Kurz & klar
Filterglas ist ein Filtermedium aus aufbereitetem Recyclingglas, das du statt Quarzsand in deine Sandfilteranlage füllst. Laut Herstellern filtert es feiner, verklumpt weniger und hält 5–10 Jahre statt 3–5 Jahre wie Sand. Weil Glas leichter ist, brauchst du nach Gewicht je nach Hersteller etwa 15–30 % weniger als Sand. Für die meisten Anlagen passt feines Glas der Körnung Grade 1, eine gute Wahl ist das Bayrol Eco Filterglass Plus.
- Standzeit
- ca. 5–10 Jahre
- Übliche Körnung
- ca. 0,4–1,0 mm
- Füllmenge
- ca. 15–30 % weniger als Sand
Unsere Auswahl im Überblick
Ausgewählt nach Einsatzzweck, technischen Daten und Erfahrungsberichten. Kein Labortest, sondern ein nachvollziehbarer Vergleich – so gehen wir vor.
| Modell | Am besten für | Körnung | Menge | Material | Angebot |
|---|---|---|---|---|---|
1. Bayrol Eco Filterglass Plus (Grade 1) Unsere Empfehlung | Aufstell- und Einbaupools, Umstieg von Quarzsand | 0,3–1,0 mm (Grade 1) | 25 kg | Recyclingglas | 36,95 € |
2. Nature Works Hi-Tech Filterglas 0,6–1,2 mm Premium | Sehr feine Filterung, Lange Nutzungsdauer | 0,6–1,2 mm | 20 kg | recyceltes Glas, oberflächenbehandelt | 38,95 € |
3. AFM Filterglas Grade 1 (SAXONICA) Aktiviertes Glas | Biofilm und Chlorgeruch, Einbaupools | 0,4–0,8 mm (Grade 1) | 21 kg | aktiviertes Glas (AFM) | 45,95 € |
4. poolomio Filterglas 0,4–1,0 mm Preis-Leistung | Aufstell- und Stahlwandpools, Einfacher Umstieg | 0,4–1,0 mm | 20 kg | Glasgranulat | 29,99 € |
5. Höfer Chemie Glasgranulat 0,7–1,3 mm | Mittlere und große Filterkessel, Aufbau mit Stützschicht | 0,7–1,3 mm | 20 kg | Glasgranulat | 35,25 € |
6. VIALIA Filterglas 0,5–1,0 mm Günstiger Einstieg | Kleines Budget, Aufstellpools | 0,5–1,0 mm | 20 kg | Recyclingglas, getrommelt | 24,00 € |
Inhaltsverzeichnis
- 1.Die Modelle im Detail
- 2.Was ist Filterglas?
- 3.Worin unterscheidet sich Filterglas von Quarzsand?
- 4.Lohnt sich Filterglas für deinen Pool?
- 5.Woran erkennst du gutes Filterglas?
- 6.Wie nachhaltig ist Filterglas?
- 7.Funktioniert Filterglas auch im Kartuschenfilter?
- 8.Welche Körnung und wie viel brauchst du?
- 9.Was kostet der Umstieg?
- 10.Filterglas einfüllen: Schritt für Schritt
- 11.Pflege: So bleibt Filterglas lange gut
- 12.Typische Fehler
- 13.Häufige Fragen
Die Modelle im Detail
1 Bayrol Eco Filterglass Plus (Grade 1)
Aufstell- und EinbaupoolsUmstieg von Quarzsand
Das Eco Filterglass Plus ist ein unkomplizierter Ersatz für Quarzsand von einem bekannten Poolpflege-Hersteller. Die feine Körnung passt zu den meisten privaten Filteranlagen. Bei großen Kesseln mit Stützschicht ergänzt du gröberes Glas.
Stärken
- Filtermaterial aus Recyclingglas
- Laut Hersteller Filterfeinheit von 5 µm
- Bessere Rückspüleigenschaften und weniger Filterverkeimung laut Hersteller
- Etablierter Hersteller von Poolpflegeprodukten
Schwächen
- Teurer als Quarzsand
- Für Stützschichten in großen Kesseln ist gröberes Glas separat nötig
- Körnung
- 0,3–1,0 mm (Grade 1)
- Menge
- 25 kg
- Material
- Recyclingglas
- Herstellerangabe
- Filterfeinheit 5 µm
2 Nature Works Hi-Tech Filterglas 0,6–1,2 mm
Sehr feine FilterungLange Nutzungsdauer
Nature Works setzt auf ein Glas mit spezieller Oberflächenbehandlung, das laut Hersteller besonders fein filtert und nicht verbackt. Wer ein Premium-Medium für viele Jahre sucht, ist hier richtig.
Stärken
- Entfernt laut Hersteller Partikel bis 1 Mikrometer
- Behandelte Oberfläche gegen Verdichten des Filterbetts
- Laut Hersteller bis zu 10 Jahre einsatzfähig
- Frei von freiem Silika, schnittsichere Oberfläche
Schwächen
- Höherer Preis
- Etwas gröber als Standardsand, vorher mit der Vorgabe deiner Anlage abgleichen
- Körnung
- 0,6–1,2 mm
- Menge
- 20 kg
- Material
- recyceltes Glas, oberflächenbehandelt
- Herstellerangabe
- bis 1 µm, bis 10 Jahre
3 AFM Filterglas Grade 1 (SAXONICA)
Biofilm und ChlorgeruchEinbaupools
AFM ist ein aktiviertes Filterglas, dessen Oberfläche laut Hersteller so behandelt ist, dass sich Bakterien schlecht ansiedeln. Das ist interessant, wenn du trotz guter Wasserwerte mit Chlorgeruch oder schnellem Druckanstieg kämpfst.
Stärken
- AFM: aktiviertes Filtermaterial aus recyceltem Grün- und Braunglas
- Körnung 0,4–0,8 mm wie Standard-Filtersand
- Laut Anbieter bis zu 30 % bessere Filterleistung
- Umstieg ohne Änderung der Körnungsvorgabe
Schwächen
- Teuerstes Medium im Vergleich
- Angaben des Händlers recht knapp
- Körnung
- 0,4–0,8 mm (Grade 1)
- Menge
- 21 kg
- Material
- aktiviertes Glas (AFM)
- Herstellerangabe
- bis 30 % bessere Filterleistung
4 poolomio Filterglas 0,4–1,0 mm
Aufstell- und StahlwandpoolsEinfacher Umstieg
Das poolomio-Glas ist ein günstiger Einstieg ins Filterglas für Aufstell- und Stahlwandpools. Die Körnung entspricht etwa dem, was die meisten Filter für Sand vorsehen, der Umstieg ist entsprechend einfach.
Stärken
- Körnung 0,4–1,0 mm passt zu nahezu allen gängigen Sandfiltern
- Glatte Oberfläche erschwert laut Hersteller Biofilm
- Ersetzt Sand, Quarz oder Filterbälle
- Nutzt sich laut Hersteller langsamer ab als Sand
Schwächen
- Keine Angabe zur Filterfeinheit in µm
- Weniger bekannte Marke
- Körnung
- 0,4–1,0 mm
- Menge
- 20 kg
- Material
- Glasgranulat
- Herstellerangabe
- ersetzt Sand oder Filterbälle
5 Höfer Chemie Glasgranulat 0,7–1,3 mm
Mittlere und große FilterkesselAufbau mit Stützschicht
Höfer Chemie liefert zum Glas eine praxisnahe Anleitung mit Stützschicht und Hinweis zur maximalen Filtergeschwindigkeit. Für mittlere und größere Anlagen eine durchdachte Wahl, für Mini-Filter eher zu grob.
Stärken
- Laut Hersteller mit allen gängigen Sandfiltern kompatibel
- Klare Einbauhinweise inklusive Stützschicht über dem Filterstern
- Weniger Biofilm und besseres Rückspülverhalten laut Hersteller
- Geringere Schüttdichte, also weniger Gewicht als Sand
Schwächen
- Gröbere Körnung, für sehr kleine Aufstellpool-Filter oft zu grob
- Filtergeschwindigkeit darf laut Hersteller 40 m/h nicht übersteigen
- Körnung
- 0,7–1,3 mm
- Menge
- 20 kg
- Material
- Glasgranulat
- Herstellerangabe
- max. 40 m/h Filtergeschwindigkeit
6 VIALIA Filterglas 0,5–1,0 mm
Kleines BudgetAufstellpools
VIALIA ist ein günstiger Weg zu Filterglas. Den Hinweis, das Glas vor dem Einfüllen zu waschen, solltest du ernst nehmen, sonst trübt Staub in den ersten Tagen das Wasser.
Stärken
- Laut Hersteller bis zu 30 % mehr Schmutzbindung als Sand
- Aus recyceltem Glas, getrommelt gegen scharfe Kanten
- Laut Hersteller ca. 15 % weniger Füllmenge als bei Sand
- Vergleichsweise günstig
Schwächen
- Vor dem Einfüllen kurz durchwaschen, da Recyclingrückstände möglich sind
- Farbton kann variieren
- Körnung
- 0,5–1,0 mm
- Menge
- 20 kg
- Material
- Recyclingglas, getrommelt
- Herstellerangabe
- ca. 15 % weniger Füllmenge
Was ist Filterglas?
Filterglas ist gebrochenes, gereinigtes und gesiebtes Glas, meist aus Recyclingglas. Es wird in derselben Weise wie Quarzsand in den Kessel einer Sandfilteranlage gefüllt und arbeitet nach demselben Prinzip: Das Wasser strömt durch das Glasbett, Schmutzpartikel bleiben hängen, beim Rückspülen wird der Schmutz ausgespült.
Angeboten wird Filterglas in Körnungsstufen, oft als Grade bezeichnet. Grade 1 ist die feine Filterschicht, je nach Anbieter etwa 0,3–1,0 mm. Grade 2 mit 1–2 mm und gröbere Stufen dienen als Stützschicht über dem Filterstern in größeren Kesseln. Eine Sonderform ist aktiviertes Filterglas, kurz AFM, dessen Oberfläche laut Hersteller so behandelt ist, dass sich Bakterien schlechter ansiedeln.
Worin unterscheidet sich Filterglas von Quarzsand?
| Eigenschaft | Quarzsand | Filterglas |
|---|---|---|
| Material | natürlicher Quarz | aufbereitetes Glas |
| Filterfeinheit | gut | laut Herstellern feiner |
| Verklumpen und Biofilm | möglich, vor allem nach Jahren | laut Herstellern seltener |
| Gewicht für denselben Kessel | 100 % | etwa 70–85 % |
| Standzeit | 3–5 Jahre | 5–10 Jahre |
| Preis pro Kilo | niedrig | etwa doppelt bis dreifach so hoch |
Der wichtigste praktische Unterschied ist die Standzeit. Sandkörner werden mit den Jahren rund, verkleben mit Biofilm und Kalk und bilden Kanäle, durch die das Wasser ungefiltert strömt. Glas neigt laut Herstellern weniger dazu, weil Schmutz an der glatten Oberfläche schlechter haftet.
Ob Filterglas tatsächlich spürbar klareres Wasser liefert, hängt stark von deiner Anlage und Wasserpflege ab. Eine unabhängige vergleichende Untersuchung für Privatpools ist uns nicht bekannt. Die Filterangaben in Mikrometern stammen von den Herstellern.
Lohnt sich Filterglas für deinen Pool?
Rechnest du die Kosten auf die Jahre um, liegen Sand und Glas oft nah beieinander: Glas kostet etwa doppelt so viel, hält aber auch etwa doppelt so lange. Dazu kommt, dass du mit Glas seltener die schwere Arbeit des Wechsels hast.
Filterglas lohnt sich, wenn
- ohnehin ein Sandwechsel ansteht,
- dein Filterdruck nach dem Rückspülen schnell wieder steigt,
- du mit Chlorgeruch oder Biofilm im Filter kämpfst (siehe Pool riecht nach Chlor),
- du den Wechsel möglichst selten machen willst.
Quarzsand reicht, wenn
- du einen kleinen Aufstellpool nur wenige Wochen im Jahr nutzt,
- der Sand erst ein, zwei Jahre alt ist und gut funktioniert,
- das Budget knapp ist.
Eine Übersicht über Sandsorten bietet der Filtersand-Vergleich. Wer noch leichter arbeiten will, schaut sich die Filterbälle an, die aber andere Pflegeregeln haben.
Woran erkennst du gutes Filterglas?
- Klare Körnungsangabe: Seriöse Anbieter nennen die Körnung in Millimetern und oft die Grade-Stufe. Fehlt die Angabe, weißt du nicht, ob das Glas zu deinem Filter passt.
- Entschärfte Kanten: Begriffe wie „getrommelt“ oder „geschliffen“ zeigen, dass scharfe Splitter entfernt wurden. Das schont Hände und Filterstern.
- Staubarm und gewaschen: Glas, das vor dem Einfüllen gewaschen werden muss, ist nicht schlechter, macht aber mehr Arbeit. Achte auf den Hinweis in der Beschreibung.
- Füllmengenangabe: Gute Hersteller sagen, wie viel Glas du im Verhältnis zu Sand brauchst.
- Einbauhinweise: Angaben zu Stützschicht und maximaler Filtergeschwindigkeit sprechen für einen Anbieter, der sich mit Filtertechnik auskennt.
Wie nachhaltig ist Filterglas?
Das meiste Filterglas besteht aus aufbereitetem Altglas. Dafür muss kein Sand abgebaut werden, und das Material wird ein zweites Mal genutzt. Die längere Standzeit bedeutet außerdem weniger Transporte und weniger Abfall. Ob Filterglas unterm Strich Wasser spart, weil seltener rückgespült werden muss, hängt von deiner Anlage ab. Die Einsparangaben stammen von den Herstellern.
Funktioniert Filterglas auch im Kartuschenfilter?
Nein. Filterglas ist ein Schüttmedium und gehört ausschließlich in Sandfilteranlagen mit Kessel und Filterstern. Kartuschenfilter arbeiten mit einem Faltfilter, der gereinigt oder ausgetauscht wird. Wer von Kartusche auf Sand oder Glas umsteigen möchte, braucht eine neue Filteranlage.
Welche Körnung und wie viel brauchst du?
| Dein Filter | Empfehlung |
|---|---|
| Kleiner Aufstellpool-Filter, eine Schicht | Grade 1, etwa 0,4–1,0 mm |
| Mittlere Anlage, eine Schicht laut Hersteller | Grade 1, nach Vorgabe |
| Großer Kessel mit Filterkies unten | Grade 2 oder gröberes Glas als Stützschicht, Grade 1 oben |
Die Füllmenge steht im besten Fall direkt in der Anleitung deiner Anlage. Steht dort nur die Sandmenge, rechnest du je nach Glas-Hersteller etwa 15–30 % weniger Gewicht. Füllhöhe und Freiraum über dem Medium bleiben gleich, denn das Glasbett muss sich beim Rückspülen genauso auflockern wie Sand.
Was kostet der Umstieg?
Filterglas kostet je nach Marke etwa 25–55 € pro Sack mit 20–25 kg, Quarzsand etwa 15–25 € pro 25 kg. Weil du vom Glas weniger Gewicht brauchst, fällt der Unterschied pro Füllung kleiner aus, als der Kilopreis vermuten lässt.
| Anlage (Herstellerangabe) | Quarzsand | Filterglas |
|---|---|---|
| Intex Krystal Clear 26644 | 12 kg, also ein Sack | 8,5 kg, also ein Sack |
| Mittlere Aufstellpool-Anlage mit ca. 36 kg Sand | zwei Säcke | etwa 25–30 kg, also zwei Säcke |
Bei kleinen Anlagen zahlst du für Glas also nur einmalig etwas mehr und wechselst danach deutlich seltener. Bei großen Einbaukesseln mit 100 kg und mehr macht der Aufpreis einen größeren Betrag aus, verteilt sich aber auf die längere Standzeit.
Filterglas einfüllen: Schritt für Schritt
- Pumpe abschalten und vom Strom trennen. Ventile zum Becken schließen oder die Schläuche abklemmen.
- Altes Filtermaterial entfernen. Wasser über die Ablassschraube ablaufen lassen, Ventil abnehmen und den alten Sand mit einer kleinen Schaufel oder einem Nasssauger herausholen. Die Details stehen im Ratgeber Sand in der Sandfilteranlage wechseln.
- Filterstern prüfen. Gebrochene Filterarme tauschst du jetzt, sonst landet Glas im Becken.
- Kessel etwa zur Hälfte mit Wasser füllen. Das Wasser polstert das Einfüllen und schützt die Filterarme.
- Glas einfüllen. Erst eine eventuelle Stützschicht, dann die feine Schicht. Trage dabei Handschuhe und Staubmaske. Glas, das der Hersteller vorher waschen lässt, spülst du in einem Eimer durch.
- Ventil aufsetzen und rückspülen. Zwei bis drei Minuten rückspülen, bis das Schauglas klar ist, dann kurz nachspülen.
- Auf Filtern stellen und Pumpe einschalten. Notiere den Druck in den ersten Tagen als neuen Normaldruck.
Pflege: So bleibt Filterglas lange gut
- Rückspülen nach Druck, nicht nach Kalender. Steigt der Druck um 0,2–0,3 bar über den Normaldruck, ist es Zeit. Richtwerte stehen im Ratgeber zum optimalen Druck der Sandfilteranlage.
- Ein- bis zweimal pro Saison Filterreiniger verwenden. Er löst Fett und Kalk, die beim normalen Rückspülen bleiben. Wie das geht, erklärt der Ratgeber Poolfilter reinigen.
- Wasserwerte stabil halten. Ein pH-Wert von 7,0–7,4 und eine Calciumhärte von 150–300 mg/l verhindern Kalkablagerungen im Glasbett.
- Pool abdecken. Weniger Laub und Staub im Wasser bedeuten weniger Last für den Filter. Eine passende Plane findest du im Vergleich der Abdeckplanen.
Typische Fehler
- Gleiches Gewicht wie Sand einfüllen. Dann ist der Kessel zu voll, und das Glas kann sich beim Rückspülen nicht auflockern.
- Glas aus großer Höhe in den leeren Kessel kippen. Das beschädigt den Filterstern.
- Nicht rückspülen nach dem Befüllen. Neues Glas enthält Feinstaub, der sonst ins Becken gelangt.
- Zu grobes Glas für einen Mini-Filter wählen. Kleine Aufstellpool-Anlagen brauchen die feine Körnung. Für die Auswahl einer neuen Anlage hilft der Sandfilteranlagen-Vergleich.