Kurz & klar
Als Faustregel brauchst du für einen abgedeckten Außenpool in der Saison Mai bis September etwa 0,2–0,25 kW Heizleistung pro m³ Wasser, für 30 m³ also rund 6–8 kW. Ohne Abdeckung, an windigen Standorten oder für Frühjahr und Herbst planst du eher 0,3 kW pro m³. Vergleiche dabei die Heizleistung bei 15 °C Lufttemperatur, nicht nur den Bestwert bei 26 °C.
- Faustregel mit Abdeckung
- ca. 0,2–0,25 kW pro m³
- Ohne Abdeckung / lange Saison
- ca. 0,3 kW pro m³
- Energie für 1 °C
- 1,163 kWh pro m³
- Wohlfühltemperatur
- 24–28 °C
Inhaltsverzeichnis
Warum ist die richtige Größe so wichtig?
Eine Wärmepumpe, die zu klein ist, erreicht im Frühjahr und Herbst nie die Wunschtemperatur. Sie läuft dann Tag und Nacht, verbraucht Strom und schafft es trotzdem nur, den Temperaturverlust ein wenig zu bremsen. Genau das ist der häufigste Grund für Enttäuschung nach dem Kauf.
Eine deutlich zu große Wärmepumpe kostet dagegen vor allem in der Anschaffung mehr. Moderne Inverter-Geräte drosseln ihre Leistung, sobald das Wasser warm ist, und arbeiten dann sparsam und leise. Bei einfachen On/Off-Geräten führt Überdimensionierung zu häufigem Takten. Im Zweifel ist eine Größe mehr deshalb die bessere Wahl als eine zu wenig.
Welche Wärmepumpe für welche Poolgröße?
Die Tabelle gibt Orientierungswerte für Außenpools in Deutschland. Die linke Spalte gilt für einen Pool, der nachts konsequent abgedeckt wird und von etwa Mai bis September genutzt wird. Die rechte Spalte für Pools ohne Abdeckung, an windigen Standorten oder wenn du schon im April und bis in den Oktober baden willst.
| Poolvolumen | mit Abdeckung, Saison Mai–Sept. | ohne Abdeckung oder längere Saison |
|---|---|---|
| bis 15 m³ | 3–4 kW | 4–5 kW |
| 15–25 m³ | 4–6 kW | 5–8 kW |
| 25–35 m³ | 6–8 kW | 8–10 kW |
| 35–45 m³ | 8–10 kW | 10–13 kW |
| 45–60 m³ | 10–13 kW | 13–17 kW |
| 60–80 m³ | 13–17 kW | 17–22 kW |
| 80–100 m³ | 17–21 kW | 22–28 kW |
Hersteller ordnen ihren Geräten ebenfalls Poolvolumen zu, oft etwas optimistischer. Das liegt daran, dass sie meist mit Abdeckung und Sommerbetrieb rechnen. Wenn dein Pool am oberen Ende der Herstellerangabe liegt, nimm lieber das nächstgrößere Modell. Dein genaues Volumen berechnest du mit dem Ratgeber Poolvolumen berechnen.
So rechnest du die Größe selbst aus
Die Physik dahinter ist überschaubar: Um 1 m³ Wasser um 1 °C zu erwärmen, braucht es 1,163 kWh Wärme.
Der einfache Weg
Poolvolumen in m³ × 0,25 = benötigte Heizleistung in kW (mit Abdeckung). Ohne Abdeckung nimmst du den Faktor 0,3.
Beispiel: 32 m³ × 0,25 = 8 kW.
Der genauere Weg
- Wärmebedarf für das Aufheizen: Volumen × 1,163 × gewünschter Temperaturanstieg. Für 32 m³ von 16 auf 26 °C: 32 × 1,163 × 10 = rund 372 kWh.
- Gewünschte Aufheizzeit festlegen: Soll das in etwa zwei Tagen (48 h) passieren, brauchst du 372 ÷ 48 = knapp 8 kW, plus Verluste.
- Verluste berücksichtigen: Ein Pool verliert vor allem über die Oberfläche Wärme, durch Verdunstung, Abstrahlung in der Nacht und Wind. Mit Abdeckung sind die Verluste deutlich geringer. Rechne deshalb einen Aufschlag, je nach Standort 20 % oder mehr.
- Leistung bei kühler Luft prüfen: Die Wärmepumpe muss die Leistung auch bei 15 °C Lufttemperatur bringen, nicht nur im Hochsommer.
Wie lange dauert das erste Aufheizen?
Rechnerische Werte für einen Temperaturanstieg um 10 °C ohne Wärmeverluste. In der Praxis dauert es länger, vor allem ohne Abdeckung.
| Poolvolumen | Wärmebedarf (10 °C) | Wärmepumpe | rechnerische Dauer |
|---|---|---|---|
| 20 m³ | ca. 233 kWh | 5 kW | ca. 47 h |
| 30 m³ | ca. 349 kWh | 7 kW | ca. 50 h |
| 40 m³ | ca. 465 kWh | 9 kW | ca. 52 h |
| 60 m³ | ca. 698 kWh | 13 kW | ca. 54 h |
Nach dem ersten Aufheizen muss die Wärmepumpe nur noch die täglichen Verluste ausgleichen. Mit Abdeckung reichen dann oft wenige Betriebsstunden am Tag.
Was bedeuten kW, COP und BTU?
Heizleistung in kW
Die Heizleistung gibt an, wie viel Wärme die Wärmepumpe pro Stunde ins Wasser bringt. Sie ist nicht dasselbe wie die Stromaufnahme. Eine Wärmepumpe mit 9 kW Heizleistung braucht je nach Bedingungen nur einen Bruchteil davon an Strom.
Was ist der COP?
Der COP (Coefficient of Performance) ist das Verhältnis von abgegebener Wärme zu aufgenommenem Strom. Ein COP von 5 heißt: Aus 1 kWh Strom werden 5 kWh Wärme. Für das Beispiel oben mit 349 kWh Wärmebedarf wären das rund 70 kWh Strom.
Wichtig: Der COP hängt stark von der Lufttemperatur ab. Hersteller geben meist mehrere Werte an, typisch sind Messungen bei Luft 26 °C und bei Luft 15 °C jeweils mit 26 °C Wassertemperatur. Der Wert bei 26 °C sieht immer besser aus. Für die Saisonverlängerung im Frühjahr und Herbst zählt der Wert bei 15 °C. Inverter-Geräte werben zudem oft mit einem Spitzen-COP, der nur bei sehr geringer Teillast erreicht wird.
BTU
In amerikanischen Ratgebern und manchen Importgeräten wird die Leistung in BTU pro Stunde angegeben. Zur Umrechnung: 1 kW entspricht etwa 3.412 BTU/h. Eine Wärmepumpe mit 50.000 BTU/h hat also rund 14,7 kW.
Inverter oder On/Off?
- On/Off-Wärmepumpen arbeiten immer mit voller Leistung und schalten bei Erreichen der Zieltemperatur ab. Sie sind günstiger, aber lauter und weniger effizient.
- Inverter-Wärmepumpen passen die Kompressorleistung stufenlos an. Nach dem Aufheizen laufen sie im leisen Teillastbetrieb, der COP steigt dabei deutlich. Sie sind teurer, aber im Betrieb sparsamer und für die Nachbarn angenehmer.
Für Pools, die über eine lange Saison beheizt werden, rechnet sich ein Inverter meist über die Jahre. Konkrete Modelle vergleicht der Pool-Wärmepumpen-Vergleich.
Worauf kommt es außer der Größe noch an?
- Durchfluss der Filterpumpe: Jede Wärmepumpe braucht einen Mindestdurchfluss. Läuft die Filterpumpe zu schwach, schaltet sie ab oder heizt ineffizient.
- Anschlüsse: Aufstellpools haben meist 32/38-mm-Schläuche, Einbaupools 50-mm-Rohre.
- Salzwasser: Für Salzwasserpools braucht es einen Titan-Wärmetauscher und eine Freigabe für den Salzgehalt.
- Standort: Freie Luftzufuhr, kein Rückstrom der kalten Abluft, Abstand zum Nachbarn. Wie laut eine Anlage am Grundstück sein darf, erklärt Wie laut darf eine Poolpumpe sein?.
- Kondenswasser: Wärmepumpen tropfen. Plane einen Ablauf ein, damit das Wasser nicht unter die Terrasse läuft.
- Abdeckung: Die wirkungsvollste und günstigste Ergänzung zu jeder Poolheizung.
Welche Temperatur du überhaupt anpeilen solltest, steht im Ratgeber Optimale Wassertemperatur im Pool. Alle anderen Heizarten im Überblick findest du unter Pool heizen.
Praxis-Tipp: Hänge in der ersten Woche ein Thermometer in den Pool und notiere morgens und abends die Temperatur. So siehst du, ob die Wärmepumpe mit den Verlusten mithält oder ob die Abdeckung konsequenter genutzt werden muss. Wie du dabei richtig misst, steht unter Pooltemperatur messen.
Passende Produkte
Steinbach Wärmepumpe Mini
Pools bis 20 m³Salzwasser bis 5 g/l
Eine kompakte Einstiegslösung für Frame- und Stahlwandpools bis etwa 20 m³. Mit Abdeckung reicht die Leistung, um die Saison spürbar zu verlängern. Für größere Becken oder frühe Starts im April solltest du eine Klasse höher greifen.
Poolex Nano B5N FI
Aufstell- und Holzpools bis 30 m³Heizen und Kühlen
Für Pools zwischen 15 und 25 m³ eine gut passende Größe mit moderner Regelung. Bei 30 m³ funktioniert sie nur mit konsequent genutzter Abdeckung und im Hochsommer. Die Schallangaben mit Abstand sind hilfreich für die Standortplanung.
Steinbach Wärmepumpe Silent 9
Pools bis 40 m³Salzwasser bis 5 g/l
Eine passende Größe für den typischen Einbaupool mit 8 × 4 m und rund 40 m³, wenn er abgedeckt wird. Durch die Inverter-Regelung läuft sie nach dem Aufheizen meist im leisen Teillastbetrieb.