Kurz & klar
Algen saugst du erst ab, wenn sie abgestorben sind: pH-Wert auf 7,0–7,4 bringen, stoßchloren, Wände und Boden bürsten und den toten Belag absinken lassen. Dann eignet sich ein Bodensauger an der Filteranlage am besten, bei viel Belag mit dem Mehrwegeventil auf „Entleeren“, damit die Reste nicht im Filter landen. Akku-Sauger und Roboter setzen sich mit schmierigen Algen schnell zu.
- Erst
- pH 7,0–7,4, dann Stoßchlorung
- Stoßchlorung
- ca. 10 mg/l freies Chlor
- Bester Sauger
- Bodensauger an der Filteranlage
- Ventil bei viel Belag
- Entleeren statt Filtern
Inhaltsverzeichnis
- 1.Warum kannst du Algen nicht einfach wegsaugen?
- 2.Wann ist der richtige Zeitpunkt zum Saugen?
- 3.Welche Poolsauger eignen sich für Algen?
- 4.Worauf kommt es beim Sauger an?
- 5.Schritt für Schritt: Abgestorbene Algen absaugen
- 6.Grün, gelb oder schwarz: Was ändert sich beim Saugen?
- 7.Was tust du nach dem Saugen?
- 8.Lohnt sich ein teurer Sauger gegen Algen?
- 9.Wie verhinderst du, dass die Algen wiederkommen?
- 10.Häufige Fragen
Warum kannst du Algen nicht einfach wegsaugen?
Lebende Algen haften als schmieriger Film an Wänden und Boden und schweben zugleich als winzige Zellen im Wasser. Ein Sauger erwischt davon nur einen Bruchteil. Was er aufwirbelt, verteilt sich neu, und nach ein paar Tagen ist der Belag wieder da. Dazu kommt, dass der glitschige Film Filter und Gerätebeutel sofort zusetzt.
Der Sauger ist deshalb nicht das Werkzeug zum Bekämpfen von Algen, sondern zum Aufräumen danach. Zuerst müssen die Algen mit der richtigen Wasserchemie abgetötet und mit der Bürste gelöst werden. Erst dann holt der Sauger die abgestorbenen Reste heraus. Den vollständigen Ablauf mit allen Mitteln beschreibt der Ratgeber Algen im Pool entfernen.
Wann ist der richtige Zeitpunkt zum Saugen?
Gesaugt wird, wenn sich die abgestorbenen Algen als graubrauner oder gräulich-grüner Belag am Boden abgesetzt haben. So kommst du dorthin:
- Wasserwerte messen und den pH-Wert auf 7,0–7,4 bringen, ideal 7,2. Bei zu hohem pH-Wert wirkt Chlor deutlich schwächer. Hilfe dazu: pH-Wert senken.
- Stoßchloren auf etwa 10 mg/l freies Chlor, am besten abends. Wie du die Menge berechnest, steht unter Stoßchlorung im Pool.
- Wände und Boden kräftig bürsten, damit das Chlor den Belag erreicht.
- Filteranlage durchlaufen lassen, in der Regel 24 Stunden, und dazwischen erneut bürsten.
- Pumpe abschalten und absetzen lassen. Nach einigen Stunden Ruhe liegt der tote Belag am Boden. Bei sehr trübem Wasser hilft ein Flockungsmittel, siehe Flockungsmittel richtig anwenden.
- Jetzt saugen.
Welche Poolsauger eignen sich für Algen?
| Saugertyp | Eignung bei Algen | Hinweis |
|---|---|---|
| Bodensauger an der Filteranlage | sehr gut | bei viel Belag mit Ventil auf „Entleeren“ |
| Venturi-Sauger am Gartenschlauch | eingeschränkt | feine Reste gehen durch den Beutel zurück ins Wasser |
| Akku-Handsauger | nur für einzelne Flecken | Filter setzt sich mit Algenschlamm schnell zu |
| Poolroboter | erst nach der Behandlung | Filter danach gründlich reinigen |
Der klassische Bodensauger hat den entscheidenden Vorteil, dass er keinen eigenen kleinen Filter hat. Der Schmutz wandert durch den Schlauch in die Filteranlage oder direkt in den Kanal. Teure Spezialgeräte brauchst du gegen Algen nicht. Eine Auswahl günstiger Bodensauger findest du im Vergleich der manuellen Poolsauger.
Worauf kommt es beim Sauger an?
Gewicht und Bürsten
Ein schwerer Saugkopf bleibt bei kräftigem Sog am Boden und hebt nicht ab. Bürsten auf der Unterseite und an den Seiten lösen beim Saugen Reste, die noch leicht haften.
Ein dichter, kurzer Schlauch
Jeder Riss und jede undichte Muffe kostet Saugkraft. Nimm einen Schlauch, der gerade lang genug ist, und fülle ihn vor dem Anschließen vollständig mit Wasser. Wie das geht, zeigt die Anleitung Poolsauger anschließen.
Genug Pumpenleistung
Abgestorbener Algenbelag ist leicht, klebt aber aneinander und sammelt sich in Ecken und an Wandansätzen. Mit einer schwachen Pumpe bleibt dort viel liegen. Ob deine Anlage reicht, prüfst du mit dem Ratgeber Poolsauger für die Sandfilteranlage.
Schritt für Schritt: Abgestorbene Algen absaugen
- Filterdruck prüfen und bei Bedarf vorher rückspülen.
- Pumpe ausschalten und Ventil umstellen. Bei dünnem Belag bleibt es auf „Filtern“, bei dickem Belag auf „Entleeren“. Ventil immer nur bei ausgeschalteter Pumpe bewegen.
- Sauger mit entlüftetem Schlauch anschließen und die Pumpe wieder einschalten.
- Langsam saugen. Führe den Sauger in ruhigen, überlappenden Bahnen. Schnelle Bewegungen wirbeln die leichten Algenreste wieder auf.
- Wasserstand im Blick behalten. Auf „Entleeren“ sinkt er schnell. Sinkt er unter die Skimmeröffnung, zieht die Pumpe Luft.
- Pausen machen, wenn das Wasser trüb wird, und den Schmutz wieder absinken lassen.
- Nach dem Saugen Ventil zurück auf „Filtern“ stellen, rückspülen, Wasser nachfüllen und die Werte neu messen.
Grün, gelb oder schwarz: Was ändert sich beim Saugen?
Grünalgen sind am häufigsten und lassen sich nach einer Stoßchlorung gut absaugen. Wie du bei richtig grünem Wasser vorgehst, steht unter Poolwasser grün.
Gelb- oder Senfalgen setzen sich als gelblich-brauner Staub in schattigen Ecken ab und sehen aus wie Sand. Beim Saugen lösen sie sich leicht und wirbeln auf, deshalb besonders langsam arbeiten und vorher gründlich bürsten. Mehr unter gelbe Algen entfernen.
Schwarzalgen sitzen als kleine dunkle Punkte fest in Fugen und rauen Oberflächen. Ein Sauger richtet hier wenig aus, entscheidend sind gezieltes Bürsten und eine längere Behandlung. Den Ablauf beschreibt der Ratgeber Schwarzalgen entfernen.
Was tust du nach dem Saugen?
Reinige den Sauger, die Bürsten und den Schlauch gründlich, damit keine Algenreste beim nächsten Einsatz wieder im Pool landen. Leere Skimmerkorb und Pumpenvorfilter. Hat der Sandfilter viel Algenmasse aufgenommen, spülst du so lange zurück, bis das Wasser im Schauglas klar ist. Bei Kartuschenfiltern reinigst oder tauschst du die Kartusche. Details dazu stehen unter Poolfilter reinigen.
Danach misst du freies Chlor und pH-Wert. Gebadet wird erst wieder, wenn das freie Chlor unter 1,0 mg/l gefallen ist, meist nach 24–48 Stunden. Für den Alltag pendelt sich der Wert dann wieder bei 0,3–1,0 mg/l ein.
Praxis-Tipp: Lass die Filterpumpe in den Tagen nach der Algenbehandlung länger laufen als üblich und sauge nach zwei, drei Tagen noch einmal. Oft setzen sich erst dann die letzten feinen Reste ab.
Lohnt sich ein teurer Sauger gegen Algen?
Nein, nicht für die Algenbekämpfung selbst. Ein einfacher Bodensauger an einer ausreichend starken Filteranlage ist hier im Vorteil, weil er keinen eigenen Filter hat, der sich zusetzt. Ein teurer Poolroboter oder Akku-Sauger lohnt sich für die regelmäßige Bodenpflege, nicht für den Notfall.
Indirekt hilft ein automatischer Sauger trotzdem: Wenn Laub, Pollen und Erde regelmäßig vom Boden verschwinden, finden Algen weniger Nährstoffe. Wer ohnehin über einen Roboter nachdenkt, findet die Modelle im Poolroboter-Vergleich.
Wie verhinderst du, dass die Algen wiederkommen?
- Werte stabil halten. pH-Wert 7,0–7,4 und freies Chlor 0,3–1,0 mg/l, mindestens zweimal pro Woche messen.
- Lange genug filtern. Im Sommer läuft die Pumpe meist 8–12 Stunden am Tag, damit das Wasser zwei- bis dreimal täglich umgewälzt wird.
- Regelmäßig bürsten und saugen. Einmal pro Woche reicht in der Saison meist, nach Gewittern und Pollenflug öfter.
- Filter pflegen. Rückspülen, sobald der Druck 0,2–0,3 bar über dem Normaldruck liegt.
- Abdecken, wenn der Pool nicht genutzt wird. Das hält Schmutz und Sonnenlicht ab.
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