Kurz & klar
Der Langelier-Sättigungsindex (LSI) zeigt, ob dein Poolwasser Kalk ablagert (positiver Wert) oder Kalk aus Fugen, Beton und Metallteilen herauslöst (negativer Wert). Ziel ist ein LSI zwischen −0,3 und +0,3. Berechnet wird er aus pH-Wert, Wassertemperatur, Calciumhärte, Alkalinität und gelösten Feststoffen, meist mit einer Faktortabelle oder einem Rechner.
- Zielbereich
- −0,3 bis +0,3
- Unter −0,3
- aggressiv, korrosiv
- Über +0,3
- kalkablagernd
- Größter Hebel
- pH-Wert
Inhaltsverzeichnis
- 1.Was ist der Langelier-Sättigungsindex?
- 2.Welche Werte fließen in den LSI ein?
- 3.So berechnest du den LSI
- 4.Rechenbeispiele aus der Praxis
- 5.Was bedeutet das Ergebnis?
- 6.Wie bringst du den LSI in den Zielbereich?
- 7.Warum ist der LSI bei Salzwasserpools und Wärmepumpen besonders wichtig?
- 8.Wie oft solltest du den LSI prüfen?
- 9.Häufige Fragen
Was ist der Langelier-Sättigungsindex?
Der Langelier-Sättigungsindex, kurz LSI, beschreibt, ob Wasser mit Calciumcarbonat, also Kalk, gesättigt ist. Entwickelt wurde er in den 1930er-Jahren vom Chemiker Wilfred Langelier für die Trinkwassertechnik. Heute ist er in der Poolpflege das Standardwerkzeug, um das sogenannte Wassergleichgewicht zu bewerten.
Die Idee dahinter: Wasser will im Gleichgewicht sein. Hat es zu wenig gelösten Kalk, holt es sich Calcium aus Fugen, Beton, Putz und greift Metalle an. Hat es zu viel, lagert es den Überschuss als Kalk ab. Der LSI fasst beides in einer Zahl zusammen.
Welche Werte fließen in den LSI ein?
Fünf Messwerte bestimmen den LSI. Wie sie wirken, zeigt die Tabelle.
| Wert | Wenn er steigt, dann … | Sollbereich im Pool |
|---|---|---|
| pH-Wert | steigt der LSI deutlich | 7,0–7,4 |
| Wassertemperatur | steigt der LSI | 24–28 °C |
| Calciumhärte | steigt der LSI | 150–300 mg/l |
| Alkalinität | steigt der LSI | 80–120 mg/l |
| Gelöste Feststoffe (TDS) | sinkt der LSI leicht | keine feste Vorgabe |
Der pH-Wert hat den größten Einfluss: Jede Änderung um 0,1 verschiebt den LSI ebenfalls um 0,1. Bei Calciumhärte und Alkalinität braucht es dagegen große Änderungen für eine spürbare Wirkung. Wie du die einzelnen Werte misst, erklärt Poolwasser testen.
So berechnest du den LSI
Für den Pool hat sich eine vereinfachte Formel mit Tabellenwerten durchgesetzt:
LSI = pH + Temperaturfaktor + Calciumfaktor + Alkalinitätsfaktor − TDS-Faktor
Den TDS-Faktor setzt du für normales Poolwasser mit 12,1 an. Für sehr salzreiches Wasser, etwa im Salzwasserpool, verwenden viele Tabellen 12,2.
Temperaturfaktor
| Wassertemperatur | Faktor |
|---|---|
| 12 °C | 0,3 |
| 16 °C | 0,4 |
| 19 °C | 0,5 |
| 24 °C | 0,6 |
| 29 °C | 0,7 |
| 34 °C | 0,8 |
| 41 °C | 0,9 |
Calciumfaktor
| Calciumhärte | Faktor |
|---|---|
| 100 mg/l | 1,6 |
| 150 mg/l | 1,8 |
| 200 mg/l | 1,9 |
| 250 mg/l | 2,0 |
| 300 mg/l | 2,1 |
| 400 mg/l | 2,2 |
| 600 mg/l | 2,35 |
Alkalinitätsfaktor
| Alkalinität | Faktor |
|---|---|
| 50 mg/l | 1,7 |
| 75 mg/l | 1,9 |
| 100 mg/l | 2,0 |
| 125 mg/l | 2,1 |
| 150 mg/l | 2,2 |
| 200 mg/l | 2,3 |
Liegen deine Werte zwischen zwei Tabellenzeilen, schätzt du den Faktor dazwischen ab. Für die Praxis reicht eine Nachkommastelle.
Korrektur bei Cyanursäure: Der Alkalinitätstest misst einen Teil der Cyanursäure mit. Ziehe deshalb vor dem Ablesen etwa ein Drittel des Cyanursäurewerts von der gemessenen Alkalinität ab. Bei 100 mg/l Alkalinität und 45 mg/l Cyanursäure rechnest du also mit rund 85 mg/l. Mehr zum Stabilisator steht unter Cyanursäure im Pool.
Rechenbeispiele aus der Praxis
Beispiel 1: Weiches Wasser im Sommer
Messwerte: pH 7,2, Wasser 26 °C, Calciumhärte 200 mg/l, Alkalinität 100 mg/l.
LSI = 7,2 + 0,6 + 1,9 + 2,0 − 12,1 = −0,4
Das Wasser ist leicht aggressiv. Zwei Wege führen in den Zielbereich:
- pH-Wert auf 7,4 anheben: LSI = −0,2
- Calciumhärte auf 300 mg/l anheben: LSI = −0,2
Der pH-Wert ist schneller angepasst. Steht ohnehin eine Korrektur der Härte an, hilft Kalziumhärte im Pool erhöhen.
Beispiel 2: Hartes Wasser, warmes Becken
Messwerte: pH 7,6, Wasser 28 °C, Calciumhärte 400 mg/l, Alkalinität 150 mg/l.
LSI = 7,6 + 0,7 + 2,2 + 2,2 − 12,1 = +0,6
Das Wasser neigt deutlich zum Kalken. Senkst du den pH-Wert auf 7,2, sinkt der LSI auf +0,2. Langfristig solltest du zusätzlich Calciumhärte und Alkalinität reduzieren, wie in Kalziumhärte im Pool reduzieren und Karbonathärte im Pool beschrieben.
Was bedeutet das Ergebnis?
| LSI | Zustand | Mögliche Folgen | Gegenmaßnahme |
|---|---|---|---|
| unter −0,3 | aggressiv | ausgewaschene Fugen, raue Putzflächen, Korrosion an Metall | pH, Calciumhärte oder Alkalinität anheben |
| −0,3 bis +0,3 | ausgeglichen | keine | Werte halten |
| über +0,3 | kalkablagernd | Kalkränder, Trübung, verkalkte Filter, Heizung und Salzzelle | pH-Wert senken, Härte und Alkalinität reduzieren |
Bereits vorhandene Ablagerungen verschwinden nicht von selbst, wenn der LSI wieder stimmt. Wie du sie entfernst, steht unter Kalkablagerungen im Pool entfernen.
Wie bringst du den LSI in den Zielbereich?
Arbeite dich in dieser Reihenfolge vor:
- Alkalinität einstellen auf 80–120 mg/l. Sie stabilisiert den pH-Wert, deshalb kommt sie zuerst.
- pH-Wert einstellen auf 7,0–7,4. Der schnellste und stärkste Hebel. Hilfe: pH-Wert senken und pH-Wert erhöhen.
- Calciumhärte prüfen und nur bei Bedarf korrigieren, das ist der langsamste Hebel.
- LSI neu berechnen und das Ergebnis notieren.
Die Temperatur lässt sich im Freibecken kaum steuern. Du kannst sie aber einplanen: Wer im Hochsommer bei 28 °C knapp über +0,3 liegt, sollte den pH-Wert eher bei 7,0–7,2 halten.
Warum ist der LSI bei Salzwasserpools und Wärmepumpen besonders wichtig?
An der Elektrolysezelle eines Salzwasserpools steigt der pH-Wert direkt an den Platten stark an. Dort fällt Kalk schon aus, wenn das Wasser im Becken noch ausgeglichen ist. Ein LSI im unteren Zielbereich schont die Zelle. Hintergründe stehen unter Salzelektrolyse im Pool.
Ähnlich ist es im Wärmetauscher einer Wärmepumpe oder Heizung: Das Wasser ist dort wärmer, also ist auch der LSI höher. Ablagerungen verschlechtern den Wärmeübergang und kosten Strom.
Im Winter passiert das Gegenteil. Kaltes Wasser senkt den LSI um mehrere Zehntel, und ein im Sommer ausgeglichenes Becken wird aggressiv. Wer sein Becken über den Winter gefüllt lässt, stellt die Werte beim Winterfestmachen deshalb eher auf die obere Hälfte der Sollbereiche ein.
Wie oft solltest du den LSI prüfen?
Zum Saisonstart, nach jedem größeren Nachfüllen oder Teilwasserwechsel, nach Korrekturen von Härte oder Alkalinität und in der Saison etwa einmal im Monat. Die Sollwerte aller Parameter auf einen Blick zeigt die Wasserwerte-Tabelle, die chemischen Grundlagen dahinter erklärt Poolchemie-Grundlagen.
Praxis-Tipp: Notiere bei jeder LSI-Berechnung alle Einzelwerte und die Wassertemperatur. Nach einer Saison erkennst du, welcher Wert bei dir regelmäßig aus dem Ruder läuft.
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