Kurz & klar
Zum regelmäßigen Gießen eignet sich Wasser aus dem Salzwasserpool nicht: Mit 3–5 g/l enthält es ein Vielfaches dessen, was die meisten Garten- und Topfpflanzen auf Dauer vertragen, und das Salz reichert sich im Boden an. Im Ausnahmefall kannst du es stark mit Regenwasser verdünnen und auf robuste, salztolerante Pflanzen beschränken. Größere Mengen entsorgst du nach den Vorgaben deiner Gemeinde, nicht im Garten.
- Salzgehalt Pool
- 3–5 g/l
- Unbedenklich zum Gießen
- bis ca. 0,45 g/l
- Verdünnung bei 4 g/l
- mind. 1 : 9
- Hauptproblem
- Salz, nicht Chlor
Inhaltsverzeichnis
- 1.Wie salzig ist Wasser aus dem Salzwasserpool?
- 2.Was macht Salz mit Pflanzen?
- 3.Und das Chlor im Poolwasser?
- 4.Welche Pflanzen vertragen salzhaltiges Wasser besser?
- 5.Wenn du Poolwasser trotzdem nutzen willst
- 6.Woran erkennst du Salzschäden an Pflanzen?
- 7.Was tun, wenn Pflanzen schon Salz abbekommen haben?
- 8.Wohin mit großen Mengen Salzwasser?
- 9.Was ist mit Spritzwasser und Rückspülwasser im Garten?
- 10.Häufige Fragen
Wie salzig ist Wasser aus dem Salzwasserpool?
Deutlich salziger, als die meisten denken. Ein Salzwasserpool enthält 3–5 g Salz pro Liter, Low-Salt-Anlagen etwa ab 1,5 g/l. Zum Vergleich: Meerwasser hat rund 35 g/l, Leitungswasser in der Regel weit unter 1 g/l an gelösten Stoffen insgesamt.
| Wasser | Salzgehalt bzw. gelöste Stoffe | Zum Gießen |
|---|---|---|
| Regenwasser | nahezu salzfrei | ideal |
| Leitungswasser | meist weit unter 1 g/l | gut geeignet |
| Low-Salt-Pool | ab ca. 1,5 g/l | nur stark verdünnt |
| Salzwasserpool | 3–5 g/l | nur stark verdünnt, ungeeignet für Dauerbewässerung |
| Meerwasser | ca. 35 g/l | ungeeignet |
Eine Orientierung bieten die international verbreiteten Richtwerte der FAO für Bewässerungswasser: Bis etwa 0,45 g/l gelöster Salze gibt es keine Einschränkungen, zwischen 0,45 und 2 g/l leichte bis mittlere, darüber starke Einschränkungen. Poolwasser mit 4 g/l liegt also klar im kritischen Bereich. Wie du den Salzgehalt deines Pools bestimmst, erklärt Salzgehalt im Salzwasserpool messen.
Was macht Salz mit Pflanzen?
Salz schadet Pflanzen auf zwei Wegen. Zum einen erschwert es die Wasseraufnahme: Ist die Bodenlösung salziger als das Zellwasser der Wurzeln, kommen die Pflanzen schlechter an Wasser heran. Sie welken, obwohl der Boden feucht ist. Zum anderen reichern sich Natrium und Chlorid in den Blättern an und verursachen braune, trockene Blattränder, Vergilbung und Blattfall.
Auch der Boden leidet. Natrium verdrängt Calcium und Magnesium aus der Bodenstruktur, der Boden verschlämmt, wird dicht und schlecht durchlüftet. Im Freiland wäscht Regen das Salz mit der Zeit wieder aus. In Töpfen, Hochbeeten und in trockenen Sommern sammelt es sich dagegen an.
Und das Chlor im Poolwasser?
Das Chlor ist das kleinere Problem. Mit 0,3–1,0 mg/l liegt freies Chlor in einem gut gepflegten Pool niedrig, und es baut sich nach dem Abschalten der Elektrolyse in der Sonne innerhalb weniger Tage ab. Ist viel Stabilisator im Wasser, dauert es länger. Kritisch für die Pflanzen bleibt das Salz, denn das verschwindet nicht. Mehr zum Thema Chlorwasser im Garten steht unter Chlorwasser auf den Rasen.
Welche Pflanzen vertragen salzhaltiges Wasser besser?
Pflanzen von Küsten und Salzwiesen sind an salzige Böden und Gischt gewöhnt. Sie vertragen gelegentlich salzhaltiges Wasser besser als typische Gartenpflanzen. Salzresistent im Sinne von „dauerhaft mit Poolwasser gießen“ ist aber auch von ihnen keine.
| Pflanze | Typ | Hinweis |
|---|---|---|
| Strand-Grasnelke (Armeria maritima) | Staude | Küstenpflanze, gut für sonnige, magere Standorte |
| Strandflieder (Limonium) | Staude | wächst natürlich an salzigen Standorten |
| Meerkohl (Crambe maritima) | Staude | Küstenpflanze, essbar |
| Sanddorn | Strauch | verträgt Salz und Wind gut |
| Kartoffelrose (Rosa rugosa) | Strauch | häufig an Küsten gepflanzt |
| Tamariske | Strauch | verträgt salzige Luft und Böden |
| Mangold, Rote Bete | Gemüse | stammen von der salztoleranten Wildrübe ab |
Besonders empfindlich reagieren dagegen Erdbeeren, Bohnen, Moorbeetpflanzen wie Rhododendron sowie fast alle Zimmer- und Kübelpflanzen.
Wenn du Poolwasser trotzdem nutzen willst
- Salzgehalt messen. Nur wenn du den Wert kennst, kannst du sinnvoll verdünnen.
- Elektrolyse ausschalten und das Chlor in der Sonne abbauen lassen, bis kaum noch freies Chlor messbar ist.
- Stark verdünnen. Bei 4 g/l brauchst du mindestens 1 Teil Poolwasser auf 9 Teile Regenwasser, um auf etwa 0,4 g/l zu kommen. Mit Leitungswasser zum Verdünnen sollte der Anteil Poolwasser noch kleiner sein, weil Leitungswasser selbst Salze enthält.
- Nur gut eingewachsene Pflanzen im Freiland gießen, keine Sämlinge, keine Topfpflanzen und kein Gemüse kurz vor der Ernte.
- Standorte wechseln, damit sich das Salz nicht in einem Beet sammelt.
- Mit klarem Wasser nachgießen und auf Blattschäden achten. Treten braune Ränder auf, sofort aufhören.
Ehrlich gesagt lohnt sich der Aufwand selten. Eine Regentonne liefert besseres Gießwasser, und die Mengen, die beim Verdünnen herauskommen, sind im Verhältnis zum Poolvolumen klein.
Praxis-Tipp: Willst du Poolwasser nicht ungenutzt ablassen, nimm es für Zwecke, bei denen Salz nicht stört: zum Abspülen von Gartenwegen ohne angrenzende Beete oder zum Reinigen von Kunststoffmöbeln. Pflastersteine und Metall solltest du anschließend mit klarem Wasser nachspülen.
Woran erkennst du Salzschäden an Pflanzen?
Salzschäden zeigen sich meist einige Tage bis Wochen nach dem Gießen. Typisch sind braune, trockene Blattränder und -spitzen, gelbe Blätter, schlaffes Laub trotz feuchter Erde und vorzeitiger Blattfall. Auf der Erdoberfläche von Töpfen bildet sich manchmal eine weißliche Kruste. Bei Rasen entstehen braune Flecken, die sich auch nach Regen nur langsam erholen.
Was tun, wenn Pflanzen schon Salz abbekommen haben?
- Sofort mit dem Poolwasser aufhören.
- Den Boden mehrfach durchdringend mit Regen- oder Leitungswasser wässern, damit das Salz in tiefere Schichten ausgewaschen wird.
- Topfpflanzen gründlich durchspülen, bis Wasser unten herausläuft, oder in frische Erde umtopfen.
- Geschädigte Pflanzenteile entfernen und erst wieder düngen, wenn die Pflanze neu austreibt.
- Bei großflächig versalzenen Beeten kann Gartengips (Calciumsulfat) helfen, Natrium aus dem Boden zu verdrängen. Frag im Fachhandel nach der passenden Menge.
Wohin mit großen Mengen Salzwasser?
Rasen und Beete sind kein Abfluss. Wenn du den Pool ganz oder teilweise ablässt, gelangen schnell mehrere Kubikmeter Salzwasser in den Boden. Das schadet Pflanzen und kann bei Brunnen in der Nähe auch das Grundwasser belasten. In vielen Gemeinden ist die Einleitung in den Schmutzwasserkanal vorgesehen, teilweise nach Anmeldung; in den Regenwasserkanal oder in Gewässer darf salzhaltiges Wasser in der Regel nicht. Frag bei deiner Gemeinde oder dem Abwasserbetrieb nach.
Wie du vorgehst, erklären die Ratgeber Salzwasser aus dem Pool entsorgen und Salzwasserpool ablassen. Allgemeine Tipps zum Ablassen ohne Salz findest du unter Poolwasser ablassen.
Was ist mit Spritzwasser und Rückspülwasser im Garten?
Auch ohne Gießkanne landet Salzwasser im Garten: als Spritzwasser rund ums Becken und als Rückspülwasser des Sandfilters. Plane Beete direkt am Beckenrand daher mit robusten Pflanzen oder halte einen Streifen aus Kies oder Pflaster frei. Das Rückspülwasser enthält neben Salz auch konzentrierten Schmutz aus dem Filter und gehört nicht ins Blumenbeet. Wer gerade einen Neubau plant, findet weitere Hinweise unter Salzwasserpool bauen. Welche Nachteile Salzwasser sonst noch mit sich bringt, fasst Nachteile eines Salzwasserpools zusammen.
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Salzgehalt vor dem Gießen prüfenKontrolle nach dem Verdünnen
Gut, um zu wissen, wie salzig dein Poolwasser tatsächlich ist, bevor du über eine Verwendung im Garten nachdenkst. Für die genaue Kontrolle stark verdünnten Wassers ist ein Leitfähigkeitsmessgerät präziser.