Kurz & klar
Wasser aus dem Salzwasserpool gehört in der Regel in den Schmutzwasser- oder Mischwasserkanal, nicht in den Garten, nicht in den Regenwasserkanal und nicht in einen Bach. Vorher schaltest du die Salzanlage ab, lässt das Chlor abbauen und fragst bei deiner Gemeinde oder dem Abwasserbetrieb nach, ob du die Einleitung anmelden musst. Die Regeln sind örtlich verschieden, das Salz bleibt aber immer das Hauptproblem für Boden und Pflanzen.
- Salz in 40 m³ bei 4 g/l
- ca. 160 kg
- Richtiger Weg meist
- Schmutz- bzw. Mischwasserkanal
- Vorher klären
- Gemeinde bzw. Abwasserbetrieb
Inhaltsverzeichnis
- 1.Warum ist Salzwasser aus dem Pool ein Entsorgungsthema?
- 2.Wohin darfst du das Wasser leiten?
- 3.Wie bereitest du das Wasser vor dem Ablassen vor?
- 4.Wie gelangt das Wasser in den Kanal?
- 5.Wie lange dauert das Abpumpen?
- 6.Kannst du das Salzwasser sinnvoll weiterverwenden?
- 7.Wie vermeidest du, viel Salzwasser entsorgen zu müssen?
- 8.Was gilt für das Rückspülwasser?
- 9.Häufige Fragen
Warum ist Salzwasser aus dem Pool ein Entsorgungsthema?
Wegen der Menge an Salz, die darin steckt. Ein Pool mit 40 m³ und 4 g/l enthält rund 160 kg gelöstes Salz. Das ist so viel, wie du für die Erstbefüllung eingestreut hast, und beim Ablassen verlässt es das Becken komplett.
Chlor ist dagegen das kleinere Problem: Es baut sich in wenigen Tagen ab, wenn du die Anlage abschaltest. Das Salz bleibt. Im Boden reichert es sich an, schädigt Wurzeln und verändert die Bodenstruktur. In Bächen und Teichen erhöht es die Salzbelastung für Fische und Kleinlebewesen. Deshalb gehört Salzwasser dorthin, wo es zur Kläranlage geführt und verdünnt wird.
Wohin darfst du das Wasser leiten?
Welche Wege erlaubt sind, regelt deine Gemeinde, meist über die Abwassersatzung. Vor dem Ablassen solltest du deshalb beim Abwasserbetrieb, beim Bauamt oder beim Umweltamt nachfragen. Die folgende Übersicht zeigt, wie die Wege üblicherweise einzuordnen sind:
| Weg | Einordnung für Salzwasser |
|---|---|
| Schmutzwasserkanal über den Hausanschluss | meist der richtige Weg, oft mit Anmeldung |
| Mischwasserkanal (Schmutz- und Regenwasser gemeinsam) | meist möglich, nicht bei Starkregen |
| Regenwasserkanal oder Straßengully im Trennsystem | in der Regel nicht erlaubt, fließt ungeklärt ab |
| Versickern im Garten | wegen des Salzes nicht zu empfehlen, vielerorts unzulässig |
| Einleiten in Bach, Graben oder Teich | nur mit behördlicher Erlaubnis, für Salzwasser praktisch ausgeschlossen |
| Abfließen aufs Nachbargrundstück oder die Straße | nicht zulässig |
Ob dein Haus an ein Trenn- oder Mischsystem angeschlossen ist, steht in den Unterlagen zum Hausanschluss oder erfährst du beim Abwasserbetrieb. Allgemeine Hinweise zum Ablassen von Poolwasser, auch ohne Salz, gibt der Beitrag Poolwasser ablassen.
Praxis-Tipp: Frag bei der Gemeinde auch, ob es eine Höchstmenge pro Stunde gibt. Manche Abwasserbetriebe möchten, dass große Wassermengen langsam und nicht bei Regen eingeleitet werden.
Wie bereitest du das Wasser vor dem Ablassen vor?
- Salzanlage abschalten. Ab jetzt entsteht kein neues Chlor mehr.
- Keine Mittel mehr zugeben. Flockungsmittel, Algizid oder Stoßchlor sollten in den Tagen vor dem Ablassen nicht mehr ins Wasser.
- Abdeckung herunter. Sonnenlicht baut freies Chlor ab. Je nach Wetter und Cyanursäuregehalt dauert das ein paar Tage.
- Chlor messen. Ziel ist ein Wert, der praktisch nicht mehr nachweisbar ist, bzw. der Grenzwert, den deine Gemeinde nennt. Muss es schneller gehen, hilft ein Chlorneutralisator in genau berechneter Menge.
- pH-Wert prüfen. Liegt er im Sollbereich von 7,0–7,4, ist das Wasser weder sauer noch stark basisch. Ein Wert außerhalb davon spricht für eine Korrektur vor dem Einleiten.
- Grobschmutz entfernen. Laub und Schlamm vom Boden holst du vorher heraus, damit sie nicht in den Kanal gespült werden.
Was Chlorwasser im Garten anrichtet und warum schon kleine Mengen Rasen verfärben können, beschreibt der Beitrag Chlorwasser auf dem Rasen.
Wie gelangt das Wasser in den Kanal?
Bei Einbaupools führt oft eine feste Leitung vom Filter zum Kanal, über die auch das Rückspülwasser abläuft. Über die Ventilstellung „Entleeren“ bzw. „Waste“ pumpt die Filteranlage das Becken bis zur Höhe der Bodenablauf- oder Saugleitung leer. Den Rest übernimmt eine Tauchpumpe.
Bei Aufstellpools gibt es meist keinen festen Anschluss. Hier pumpst du mit einer Tauchpumpe über einen Schlauch in einen Kontrollschacht des Schmutzwasserkanals oder in einen Bodenablauf im Keller, sofern dieser in den Schmutzwasserkanal führt. Alternativ funktioniert ein Gartenschlauch als Saugheber, wenn das Gefälle passt, siehe Pool mit dem Gartenschlauch entleeren.
Die praktischen Schritte vom Absenken bis zum leeren Becken, inklusive der Frage, wie weit du einen Einbaupool überhaupt leeren darfst, erklärt der Ratgeber Salzwasserpool ablassen.
Wie lange dauert das Abpumpen?
Das hängt von Pumpenleistung, Schlauchlänge und Förderhöhe ab. Die Angabe auf der Pumpe gilt fast immer ohne Höhenunterschied. Muss das Wasser einen Meter hoch über den Beckenrand und durch einen langen Schlauch, sinkt die Leistung deutlich.
| Pool | Wassermenge | Pumpe mit ca. 8.000–9.000 l/h (Herstellerangabe) |
|---|---|---|
| Aufstellpool Ø 3,66 m, 0,9 m tief | ca. 9 m³ | rechnerisch gut 1 Stunde, real meist 2–3 Stunden |
| Frame Pool 5,5 × 2,7 m, 1,2 m tief | ca. 18 m³ | rechnerisch 2 Stunden, real eher 3–5 Stunden |
| Einbaupool 8 × 4 m, 1,5 m tief | ca. 48 m³ | rechnerisch 5–6 Stunden, real oft ein Tag |
Wie du das Volumen deines Beckens genau bestimmst, zeigt der Rechner unter Pool-Volumen berechnen.
Kannst du das Salzwasser sinnvoll weiterverwenden?
Kaum. Zum Gießen ist es zu salzig, zumindest auf Dauer und in größeren Mengen. In Ausnahmefällen lassen sich kleine Mengen stark mit Regenwasser verdünnt für robuste Pflanzen nutzen, welche das sind, steht unter Salzwasserpool und Blumen gießen. Für einen kompletten Pool ist das keine Lösung.
Auch Verdünnen vor dem Ablassen hilft nicht weiter. Die Salzmenge bleibt gleich, du produzierst nur mehr Abwasser. Für Terrassen, Wege und Mauern ist salziges Wasser ebenfalls keine gute Idee, weil es Salzränder hinterlassen und Fugen sowie Metall angreifen kann.
Wie vermeidest du, viel Salzwasser entsorgen zu müssen?
Die beste Entsorgung ist die, die gar nicht erst nötig wird:
- Einbaupool nicht jedes Jahr leeren. Das Wasser bleibt über den Winter im Becken, du senkst nur den Wasserstand ab. Wie das geht, steht unter Salzwasserpool winterfest machen.
- Teilwasserwechsel statt Komplettwechsel. Wenn Cyanursäure oder Calciumhärte zu hoch sind, reicht oft ein Teil des Wassers. Wann das nötig ist, erklärt der Beitrag Wie oft Wasser wechseln im Salzwasserpool?.
- Salzgehalt nicht höher als nötig. Wer die Untergrenze der Herstellerangabe fährt, entsorgt weniger Salz. Low-Salt-Anlagen arbeiten schon ab etwa 1,5 g/l.
- Rückspülen mit Augenmaß. Rückspülen, wenn der Druck 0,2–0,3 bar über Normaldruck liegt, nicht nach Gefühl. Jede unnötige Rückspülung schickt Salzwasser in den Kanal.
Was gilt für das Rückspülwasser?
Für Rückspülwasser gelten dieselben Überlegungen wie für den Beckeninhalt, nur in kleinerer Menge. Es enthält Salz, Chlor und den ausgespülten Schmutz aus dem Filter. Eine feste Leitung vom Filter in den Schmutzwasserkanal ist deshalb die sauberste Lösung.
Leitet dein Rückspülschlauch bisher ins Beet oder auf den Rasen, siehst du die Folgen oft erst nach einigen Wochen: braune Stellen, kümmernde Hecken, weiße Salzränder auf Platten. Wenn eine Kanalleitung nicht möglich ist, frag bei der Gemeinde nach einer zulässigen Lösung.
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Wenn der Pool schnell leer werden muss und das Chlor noch messbar ist, neutralisiert ein Chlorneutralisator den Rest gezielt. Wer ein paar Tage Zeit hat, schaltet einfach die Salzanlage ab und nimmt die Abdeckung herunter.
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Eine flachsaugende Tauchpumpe ist das passende Werkzeug, um einen Aufstellpool kontrolliert in den Kanalanschluss zu pumpen. Spül sie nach dem Einsatz mit Leitungswasser durch, damit keine Salzreste im Gehäuse eintrocknen.