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Ratgeber Salzwasserpool

Salzwasserpool mit Regenwasser füllen: Was du vorher wissen musst

Aktualisiert am 5 Min. Lesezeit Redaktion Poolroboter-Poolsauger.de

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Kurz & klar

Ein Salzwasserpool lässt sich mit Regenwasser füllen, das Wasser muss aber nachbehandelt werden. Regenwasser ist sehr weich, leicht sauer und hat kaum Puffer: Ohne Anhebung von Alkalinität und Calciumhärte schwankt der pH-Wert stark, und das Wasser greift Fugen und Metall an. Außerdem bringt es Schmutz und Keime vom Dach mit. Deshalb filterst du es beim Sammeln, stellst die Werte vor dem Salzen ein und chlorst vor dem ersten Baden.

Ertrag pro mm Regen
ca. 1 l pro m² Dachfläche
Alkalinität Ziel
80–120 mg/l
Calciumhärte Ziel
150–300 mg/l
Salzgehalt
3–5 g/l (meist 4 g/l)
Inhaltsverzeichnis
  1. 1.Kann man einen Salzwasserpool mit Regenwasser füllen?
  2. 2.Welche Vorteile hat Regenwasser für den Salzwasserpool?
  3. 3.Welche Nachteile bringt Regenwasser mit?
  4. 4.Reicht das Regenwasser überhaupt für einen Pool?
  5. 5.Wie sammelst du Regenwasser sauber?
  6. 6.Schritt für Schritt: Regenwasser für den Salzwasserpool aufbereiten
  7. 7.Was passiert, wenn es in den laufenden Pool regnet?
  8. 8.Wie oft solltest du bei Regenwasser messen?
  9. 9.Wie wird der Pool insgesamt sparsamer?
  10. 10.Häufige Fragen

Kann man einen Salzwasserpool mit Regenwasser füllen?

Ja. Für das Salz und die Elektrolyse ist es egal, woher das Wasser stammt. Entscheidend ist, was du nach dem Befüllen daraus machst. Regenwasser ist fast destilliertes Wasser mit etwas Staub, gelöstem Kohlendioxid und allem, was auf deinem Dach liegt. Es fehlen genau die Mineralien, die das Poolwasser stabil machen.

In der Praxis kommt Regenwasser vor allem für das Nachfüllen oder für kleinere Becken infrage. Für die komplette Erstbefüllung eines großen Pools brauchst du sehr viel Speicher und Geduld. Den allgemeinen Ablauf für die Erstbefüllung beschreibt der Ratgeber Salzwasserpool befüllen.

Welche Vorteile hat Regenwasser für den Salzwasserpool?

  • Kostenlos: Du sparst Trinkwasser und je nach Gemeinde die Abwassergebühr für die Füllmenge.
  • Wenig Kalk: Die Elektrolysezelle verkalkt kaum, Wasserlinie und Wärmetauscher bleiben sauberer.
  • Meist kein Eisen: Anders als bei manchem Brunnenwasser drohen keine braunen Verfärbungen durch Eisen aus dem Untergrund.
  • Entlastung im Sommer: Wenn Gemeinden zum Wassersparen aufrufen, hast du eine eigene Reserve.

Welche Nachteile bringt Regenwasser mit?

Eigenschaft Folge im Pool Was du tust
kaum Alkalinität pH-Wert springt bei jeder Kleinigkeit Alkalinität auf 80–120 mg/l anheben
kaum Calcium Wasser ist aggressiv, greift Fugen, Beton und Metall an Calciumhärte auf 150–300 mg/l anheben
leicht sauer pH-Wert liegt nach dem Befüllen deutlich unter 7,0 pH-Wert nach dem Puffern einstellen
Dachschmutz Pollen, Laub, Vogelkot und Moos bringen Keime und Phosphat Fallrohrfilter, Stoßchlorung vor dem Baden
Metall aus Rinnen Kupfer oder Zink können Verfärbungen auslösen kein Wasser von Kupferdächern, ggf. Metallbinder

Der natürliche pH-Wert von Regen liegt wegen des gelösten Kohlendioxids leicht im sauren Bereich. Für den Pool ist das weniger schlimm als der fehlende Puffer: Ohne Alkalinität kannst du den pH-Wert zwar einstellen, er bleibt aber nicht dort.

Reicht das Regenwasser überhaupt für einen Pool?

Die Rechnung ist einfach: 1 mm Niederschlag auf 1 m² Dachfläche ergibt etwa 1 Liter Wasser. Ein Teil geht durch Filter, Verdunstung und Überlauf verloren.

Dachfläche Ertrag bei 10 mm Regen Ertrag bei 50 mm Regen
50 m² ca. 500 l ca. 2.500 l
100 m² ca. 1.000 l ca. 5.000 l
150 m² ca. 1.500 l ca. 7.500 l

Für einen Pool mit 40 m³ müsste also auf 100 m² Dachfläche rund 400 mm Regen fallen und vollständig gespeichert werden. Das ist nur mit einer großen Zisterne realistisch. Für das Nachfüllen in der Saison reichen dagegen oft schon eine Regentonne oder ein 1.000-Liter-Tank.

Wie sammelst du Regenwasser sauber?

  1. Fallrohrfilter oder Regensammler mit Sieb einsetzen. Er hält Laub und groben Schmutz zurück.
  2. Den ersten Schwall verwerfen. Nach längerer Trockenheit spült der erste Regen den meisten Staub und Pollen vom Dach. Diesen Anteil lässt du besser in den Kanal oder ins Beet laufen.
  3. Dunkel und geschlossen lagern. Offene Tonnen in der Sonne werden schnell grün und zur Kinderstube für Mücken. Eine Zisterne oder ein abgedeckter, lichtdichter Tank ist besser.
  4. Schwimmend entnehmen. Eine Pumpe mit schwimmendem Ansaugfilter zieht das Wasser knapp unter der Oberfläche ab, nicht den Bodensatz.
  5. Kupferdächer und Kupferrinnen ausnehmen. Ihr Wasser gehört nicht in den Pool.

Schritt für Schritt: Regenwasser für den Salzwasserpool aufbereiten

Die Elektrolysezelle bleibt ausgeschaltet, bis die Schritte 1–5 erledigt sind. Trage beim Umgang mit allen Mitteln Schutzbrille und Handschuhe und gib Chemie immer ins Wasser, nie Wasser auf die Chemie.

1. Alkalinität anheben

Miss zuerst die Gesamtalkalinität. Bei reinem Regenwasser liegt sie oft nahe null. Mit Alkalinität-Plus auf Basis von Natriumhydrogencarbonat hebst du sie auf 80–120 mg/l an. Rechnerisch heben rund 17 g reines Natron pro m³ die Alkalinität um 10 mg/l. Bei 40 m³ und einem Ausgangswert von 10 mg/l sind das für 90 mg/l also etwa 5,4 kg. Dosiere in zwei Schritten und halte dich an die Angabe auf dem Etikett. Mehr dazu unter Alkalinität erhöhen.

2. Calciumhärte anheben

Dafür nimmt man Calciumchlorid. Rechnerisch heben etwa 11 g wasserfreies Calciumchlorid pro m³ die Calciumhärte um 10 mg/l. Löse es portionsweise in einem Eimer Poolwasser vor. Das Wasser wird dabei spürbar warm. Die Anleitung steht unter Calciumhärte im Pool erhöhen.

3. pH-Wert einstellen

Erst wenn der Puffer stimmt, stellst du den pH-Wert auf 7,0–7,4 ein. Oft steigt er durch das Natron schon von allein in die Nähe des Ziels. Liegt er noch darunter, hilft der Ratgeber pH-Wert im Salzwasserpool zu niedrig.

4. Salz einbringen

Rechne mit 1 kg Salz pro m³ für 1 g/l. Die meisten Anlagen arbeiten mit 3–5 g/l, häufig 4 g/l. Verteile das Salz bei laufender Pumpe im Becken und lass es etwa einen Tag lösen. Die genaue Menge ermittelst du mit dem Ratgeber Salzmenge berechnen.

5. Stoßchloren

Regenwasser vom Dach ist nicht keimfrei. Die Zelle braucht einige Tage, bis sie ein frisch befülltes Becken auf Chlor bringt. Deshalb ist eine einmalige Stoßchlorung mit einem Chlorprodukt vor dem ersten Baden sinnvoll. Gebadet wird erst wieder, wenn das freie Chlor unter 1,0 mg/l liegt.

6. Zelle einschalten

Prüfe den Salzgehalt, schalte die Zelle ein und regle die Produktion so, dass das freie Chlor bei 0,5–1,0 mg/l bleibt.

Praxis-Tipp: Prüfe nach der Aufbereitung den Langelier-Index. Liegt er zwischen −0,3 und +0,3, ist dein Regenwasser weder aggressiv noch kalkabscheidend.

Was passiert, wenn es in den laufenden Pool regnet?

Jeder Regen bringt weiches, leicht saures Wasser ins Becken. Bei ein paar Millimetern merkst du davon kaum etwas. Nach einem Starkregen sinken pH-Wert, Alkalinität und Salzgehalt dagegen messbar, und mit dem eingetragenen Schmutz steigt der Chlorbedarf.

Miss nach jedem Starkregen pH-Wert, freies Chlor und Salz. Läuft der Pool über, geht Salz verloren, und du musst nachsalzen. Was nach einem Unwetter sonst zu tun ist, beschreibt der Ratgeber Pool nach Regen. Wie du den Salzgehalt zuverlässig misst, steht unter Salzgehalt messen.

Wie oft solltest du bei Regenwasser messen?

In den ersten zwei Wochen nach dem Befüllen alle zwei bis drei Tage pH-Wert, freies Chlor und Alkalinität. Danach reicht in der Regel zweimal pro Woche pH und Chlor, einmal im Monat Alkalinität, Calciumhärte und Salz. Nach Starkregen kommt eine Extramessung dazu.

Wie wird der Pool insgesamt sparsamer?

Regenwasser ist ein Baustein, aber nicht der größte. Mehr Wasser sparst du mit einer Abdeckung, die Verdunstung bremst. Passende Modelle findest du im Vergleich der Solarabdeckungen. Beim Strom bringt eine Pumpe mit variabler Drehzahl am meisten, siehe Poolpumpen mit variabler Drehzahl. Und wer den Filter nur dann rückspült, wenn der Druck 0,2–0,3 bar über dem Normalwert liegt, verliert weniger Wasser und Salz.

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Häufige Fragen

Ist Regenwasser für die Elektrolysezelle besser als Leitungswasser?

In einem Punkt ja: Weil Regenwasser kaum Kalk enthält, setzt sich an der Zelle weniger ab. Ganz ohne Härte wird das Wasser aber aggressiv. Deshalb hebst du die Calciumhärte auf 150–300 mg/l an, statt das weiche Wasser so zu lassen.

Kann ich Regenwasser von einem Kupferdach verwenden?

Lieber nicht. Wasser von Kupferdächern oder Kupferrinnen kann gelöstes Kupfer mitbringen, das im Pool zusammen mit Chlor zu grünlichen Verfärbungen und Flecken führt. Auch Zinkrinnen geben Metall ab, wenn auch weniger auffällig.

Wie viel Regenwasser brauche ich, um nachzufüllen?

Für das Nachfüllen nach Verdunstung oder Rückspülen reicht oft eine Regentonne oder ein 1.000-Liter-Tank. Ein Zentimeter Wasserstand bei einer Fläche von 8 × 4 m entspricht rund 320 Litern.

Muss ich nach jedem Regenguss Salz nachfüllen?

Nicht nach jedem. Regen verdünnt das Salz nur, wenn der Pool überläuft oder du Wasser abpumpen musst. Miss nach Starkregen den Salzgehalt und salze nur nach, wenn er unter die Herstellerangabe fällt. Wie du den Wasserstand bei Unwetter im Griff behältst, steht unter Pool läuft bei Regen über.

Kann man Regenwasser und Leitungswasser mischen?

Ja, das ist oft die beste Lösung. Leitungswasser bringt Härte und Puffer mit, Regenwasser spart Kosten. Je höher der Anteil Leitungswasser, desto weniger musst du nachbehandeln.

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