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Ratgeber Salzwasserpool

Salzwasserpool ohne Cyanursäure: Wann es geht und wann nicht

Aktualisiert am 5 Min. Lesezeit Redaktion Poolroboter-Poolsauger.de

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Kurz & klar

Ein Salzwasserpool lässt sich ohne Cyanursäure betreiben, sinnvoll ist das aber vor allem in Hallen- und Innenpools oder bei Becken, die tagsüber meist abgedeckt sind. Im Freien zersetzt die Sonne ungeschütztes Chlor sehr schnell, die Zelle müsste deutlich mehr produzieren und verschleißt schneller. Für Außenpools mit Salzanlage gelten deshalb 30–50 mg/l Cyanursäure als guter Kompromiss. Wichtig ist vor allem, keine ungewollte Cyanursäure über stabilisierte Chlorprodukte einzuschleppen.

Außenpool mit Salzanlage
30–50 mg/l Cyanursäure
Innenpool, Halle
ohne Stabilisator möglich
Teilwasserwechsel
ab 75 mg/l
Abbau
nur durch Verdünnen mit Frischwasser
Inhaltsverzeichnis
  1. 1.Was bedeutet „Salzwasserpool ohne Cyanursäure“?
  2. 2.Wie wirkt Cyanursäure im Salzwasserpool?
  3. 3.Wann kannst du auf Cyanursäure verzichten?
  4. 4.Was passiert im Freien ohne Stabilisator?
  5. 5.Vorteile und Nachteile ohne Cyanursäure
  6. 6.Wie viel Cyanursäure ist im Salzwasserpool sinnvoll?
  7. 7.Woran erkennst du, dass zu viel Cyanursäure im Wasser ist?
  8. 8.Woher kommt ungewollte Cyanursäure?
  9. 9.Wie misst und senkst du Cyanursäure?
  10. 10.So betreibst du einen Salzwasserpool ohne Cyanursäure
  11. 11.Häufige Fragen

Was bedeutet „Salzwasserpool ohne Cyanursäure“?

Cyanursäure ist der Chlorstabilisator. Sie bindet freies Chlor locker an sich und schützt es so vor der UV-Strahlung der Sonne. In vielen Salzwasserpools wird sie zu Saisonbeginn einmalig zugegeben. Ein Salzwasserpool ohne Cyanursäure verzichtet bewusst darauf und vermeidet zugleich alle Chlorprodukte, die Stabilisator mitbringen.

Ob das sinnvoll ist, hängt fast ausschließlich davon ab, wie viel Sonne dein Wasser abbekommt. Die allgemeinen Grundlagen zum Stabilisator im Salzwasserpool erklärt der Ratgeber Cyanursäure im Salzwasserpool. Hier geht es um die Frage, wann du ohne auskommst.

Wie wirkt Cyanursäure im Salzwasserpool?

Sie hat eine Schutz- und eine Bremswirkung zugleich.

  • Schutz: Ungeschütztes Chlor zerfällt im Sonnenlicht innerhalb weniger Stunden zu großen Teilen. Die Cyanursäure hält einen Teil des Chlors gebunden und gibt es nach und nach frei.
  • Bremse: Gebundenes Chlor desinfiziert langsamer. Je mehr Cyanursäure im Wasser ist, desto mehr freies Chlor brauchst du für die gleiche Wirkung.
  • Messtechnik: Cyanursäure senkt den Redoxwert. Anlagen, die nach Redox regeln, produzieren dann mehr Chlor als nötig.
  • Anreicherung: Cyanursäure baut sich kaum ab. Sie verschwindet nur, wenn du Wasser tauschst.

Wann kannst du auf Cyanursäure verzichten?

Ohne Stabilisator geht es gut, wenn kaum Sonnenlicht auf das Wasser trifft:

  • Hallenbad und Innenpool: Hier ist Cyanursäure überflüssig.
  • Pool im Wintergarten oder unter einer festen Überdachung: Glas und Dach halten einen großen Teil der UV-Strahlung ab.
  • Becken mit Rollladenabdeckung, die tagsüber geschlossen ist und nur zum Baden geöffnet wird.
  • Anlagen mit Redox-Regelung, deren Hersteller ausdrücklich niedrige Werte oder den Verzicht empfehlen. Halte dich an die Bedienungsanleitung.

Bei einem Außenpool, der den ganzen Tag offen in der Sonne liegt, ist der Verzicht dagegen meist keine gute Idee.

Was passiert im Freien ohne Stabilisator?

Die Zelle muss gegen die Sonne anproduzieren. Morgens misst du einen guten Chlorwert, am späten Nachmittag ist er auf null gefallen. Damit das nicht passiert, musst du Laufzeit und Leistung der Zelle deutlich erhöhen. Das kostet Strom und Zellstunden, und an heißen Tagen reicht es oft trotzdem nicht.

Ein einfacher Test zeigt, ob dein Pool ohne Stabilisator klarkommt: Miss an einem sonnigen Tag morgens und gegen 17 Uhr das freie Chlor. Fällt es trotz laufender Zelle unter 0,3 mg/l, fehlt der Schutz. Was dann sonst noch helfen kann, steht unter Chlor im Salzwasserpool zu niedrig.

Vorteile und Nachteile ohne Cyanursäure

Ohne Cyanursäure Vorteil Nachteil
Chlorwirkung Chlor wirkt schon bei niedrigem Gehalt voll im Freien starker Abbau durch Sonne
Messung Redoxwert ist aussagekräftig –
Wasserwechsel keine Anreicherung, kein Teilwechsel wegen Stabilisator –
Zelle weniger Produktion nötig, wenn kein UV-Abbau im Freien viel mehr Laufzeit, schnellerer Verschleiß
Kosten kein Stabilisator nötig mehr Strom und Zellverschleiß im Außenbereich

Wie viel Cyanursäure ist im Salzwasserpool sinnvoll?

Situation Empfehlung
Hallenbad, Innenpool 0 mg/l
Außenpool, tagsüber meist abgedeckt 0–30 mg/l, ausprobieren
Außenpool in voller Sonne 30–50 mg/l
über 75 mg/l Teilwasserwechsel

Die Werte entsprechen den Sollbereichen, die wir auf allen Seiten verwenden. Gibt der Hersteller deiner Anlage andere Werte vor, gilt seine Angabe.

Woran erkennst du, dass zu viel Cyanursäure im Wasser ist?

Zu viel Stabilisator macht sich selten direkt bemerkbar, sondern über Umwege:

  • Das freie Chlor liegt im Sollbereich, trotzdem wird das Wasser trüb, oder es bilden sich Algen.
  • Du musst die Zellleistung über die Saison immer weiter erhöhen, um den gleichen Chlorwert zu halten.
  • Die Redoxanzeige bleibt niedrig, obwohl die Chlormessung stimmt.
  • Eine Stoßchlorung scheint kaum etwas zu bewirken.

Spätestens dann lohnt eine genaue Messung. Liegt der Wert über 75 mg/l, ist ein Teilwasserwechsel der einzige Weg zurück. Danach kannst du in Ruhe entscheiden, ob du künftig mit wenig oder ganz ohne Stabilisator arbeitest.

Woher kommt ungewollte Cyanursäure?

Viele Besitzer geben nie bewusst Stabilisator zu und haben trotzdem hohe Werte. Die Quelle sind stabilisierte Chlorprodukte:

  • Chlortabletten und Multitabs bestehen meist aus Trichlorisocyanursäure.
  • Schnelllösliches Chlorgranulat besteht häufig aus Dichlorisocyanurat.
  • Beide geben mit jedem Gramm Chlor auch Cyanursäure ins Wasser ab.

Schau aufs Etikett: Steht dort „Isocyanurat“ oder „Isocyanursäure“, bringt das Produkt Stabilisator mit. Ohne Cyanursäure kommen Flüssigchlor auf Basis von Natriumhypochlorit und Calciumhypochlorit aus. Letzteres hebt allerdings die Calciumhärte an. Welche Produkte es gibt, zeigt der Flüssigchlor-Vergleich.

Wie misst und senkst du Cyanursäure?

Gemessen wird mit einem Trübungstest, einem Photometer oder grob mit Teststreifen. Für die Entscheidung über einen Wasserwechsel lohnt sich eine genaue Messung.

Senken lässt sich der Wert nur durch Verdünnen. Die Rechnung ist einfach: neuer Wert = alter Wert × (1 − Anteil des getauschten Wassers).

Beispiel: Du misst 90 mg/l und tauschst 40 % des Wassers. Danach liegst du bei 90 × 0,6 = 54 mg/l. Im Salzwasserpool geht mit dem Wasser auch Salz verloren. Bei 40 m³ und 4 g/l fehlen nach einem Tausch von 40 % rund 64 kg Salz. Die Rechnung für dein Becken liefert der Ratgeber Salzmenge berechnen, allgemeine Hinweise zum Wasserwechsel stehen unter Wann Wasser im Pool wechseln.

So betreibst du einen Salzwasserpool ohne Cyanursäure

  1. Ausgangswert messen. Liegt schon Stabilisator im Wasser, entscheidest du, ob du ihn durch Verdünnen senkst oder akzeptierst.
  2. Keine stabilisierten Produkte mehr verwenden. Für die Stoßchlorung nimmst du Flüssigchlor. Wie das geht, steht unter Schockchlorung im Salzwasserpool.
  3. Zellleistung anpassen. Ohne UV-Abbau reicht oft eine geringere Produktion als vorher. Ziel ist ein freies Chlor von 0,3–1,0 mg/l, im Privatpool meist 0,5–1,0 mg/l.
  4. pH-Wert bei 7,0–7,2 halten. Ohne Stabilisator hängt die Chlorwirkung noch direkter am pH-Wert.
  5. Abdecken, wann immer niemand badet. Bei Außenpools ist das die Voraussetzung, damit der Verzicht funktioniert.
  6. In den ersten Wochen öfter messen, am besten morgens und abends, bis du weißt, wie dein Pool reagiert.

Praxis-Tipp: Wer unsicher ist, startet mit 20–30 mg/l statt mit null. Damit hast du einen kleinen Puffer gegen die Sonne und kannst später immer noch nachlegen. Zu viel Stabilisator wirst du dagegen nur mit Wasserwechsel wieder los.

Wie die Elektrolyse grundsätzlich funktioniert und warum sie im Sommer so viel Arbeit hat, erklärt der Ratgeber Salzelektrolyse im Pool.

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Häufige Fragen

Brauche ich im Hallenbad mit Salzanlage Cyanursäure?

Nein. Ohne direkte Sonne gibt es kaum UV-Abbau, der Stabilisator hätte nur Nachteile. Achte trotzdem auf eine gute Lüftung, weil sich gebundenes Chlor sonst in der Hallenluft bemerkbar macht.

Ist Wasser ohne Cyanursäure gesünder?

Das lässt sich so nicht sagen. Für Haut und Augen sind vor allem ein pH-Wert von 7,0–7,4 und wenig gebundenes Chlor entscheidend. Ein Vorteil ohne Stabilisator ist, dass das Chlor bei niedrigerem Gehalt wirkt, weil es nicht teilweise gebunden ist.

Wie lange dauert es, bis Cyanursäure wieder aus dem Wasser ist?

Sie baut sich im Poolwasser kaum ab. Du wirst sie nur los, indem du einen Teil des Wassers gegen Frischwasser tauschst. Wie viel, hängt vom Ausgangswert ab: Tauschst du 40 % des Wassers, sinkt der Wert um 40 %.

Warum zeigt meine Redox-Messung trotz genug Chlor zu niedrige Werte?

Cyanursäure senkt den gemessenen Redoxwert, weil ein Teil des Chlors gebunden ist. Anlagen mit Redox-Regelung produzieren dann zu viel. Mehr dazu unter Redoxwert im Salzwasserpool zu niedrig.

Kann ich Cyanursäure später noch zugeben, wenn das Chlor nicht hält?

Ja. Stabilisator lässt sich jederzeit in kleinen Schritten nachdosieren, er wirkt nach dem Auflösen. Umgekehrt geht es nur mit Wasserwechsel. Deshalb lieber vorsichtig herantasten. Wie du dosierst, steht unter Chlorstabilisator im Salzwasserpool.

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