Kurz & klar
Ein Salzwasserpool im Freien sollte 30–50 mg/l Cyanursäure enthalten. Die Elektrolysezelle erzeugt unstabilisiertes Chlor, das die Sonne ohne Stabilisator innerhalb weniger Stunden größtenteils abbaut. Über 75 mg/l bremst die Cyanursäure das Chlor zu stark, dann hilft nur ein Teilwasserwechsel. Im Hallenbad brauchst du keine Cyanursäure.
- Richtwert im Freien
- 30–50 mg/l
- Teilwasserwechsel
- ab 75 mg/l
- Faustregel Dosierung
- 10 g/m³ = ca. +10 mg/l
Inhaltsverzeichnis
- 1.Was macht Cyanursäure im Salzwasserpool?
- 2.Welcher Cyanursäure-Wert ist im Salzwasserpool richtig?
- 3.Warum leidet die Anlage ohne Stabilisator?
- 4.Was passiert bei zu viel Cyanursäure?
- 5.Wie misst du Cyanursäure zuverlässig?
- 6.Wie dosierst du Stabilisator richtig?
- 7.Welche Fehler treiben den Wert unbemerkt nach oben?
- 8.Geht es auch ganz ohne Cyanursäure?
- 9.Häufige Fragen
Was macht Cyanursäure im Salzwasserpool?
Cyanursäure schützt das freie Chlor vor UV-Strahlung. Sie bindet einen Teil des Chlors locker an sich und gibt es nach und nach wieder ab, sodass die Sonne nicht alles auf einmal zerstört.
Im Salzwasserpool ist das besonders relevant. Die Elektrolysezelle wandelt gelöstes Kochsalz in Natriumhypochlorit beziehungsweise hypochlorige Säure um, also in reines, unstabilisiertes Chlor. Anders als Chlortabletten bringt die Anlage selbst keine Cyanursäure mit. Wenn du sie nicht gezielt zugibst, liegt der Wert bei null, und das frisch produzierte Chlor verschwindet an sonnigen Tagen fast so schnell, wie es entsteht.
Wie die Zelle das Chlor erzeugt, erklären wir im Beitrag zur Funktionsweise eines Salzwasserpools.
Welcher Cyanursäure-Wert ist im Salzwasserpool richtig?
Für Salzwasserpools im Freien gilt der Bereich 30–50 mg/l. Das ist etwas höher als die untere Grenze für klassische Chlorpools, weil die Anlage das Chlor kontinuierlich nachliefert und ein stabiler Puffer ihr die Arbeit erleichtert.
| Messwert | Einordnung | Was du tun solltest |
|---|---|---|
| 0–19 mg/l | zu niedrig | Stabilisator nach Etikett dosieren |
| 20–29 mg/l | untere Grenze | reicht bei viel Schatten oder Abdeckung, sonst leicht anheben |
| 30–50 mg/l | Zielbereich | nichts tun, monatlich kontrollieren |
| 51–75 mg/l | erhöht | nicht weiter dosieren, keine stabilisierten Chlorprodukte |
| über 75 mg/l | zu hoch | Teilwasserwechsel |
Alle weiteren Sollwerte für Salz, pH und Chlor findest du gesammelt in der Salzwasserpool-Wertetabelle.
Warum leidet die Anlage ohne Stabilisator?
Ohne Cyanursäure muss die Zelle gegen den UV-Abbau anproduzieren. Die Folge: Du stellst die Leistung immer höher, lässt die Pumpe länger laufen und misst trotzdem nachmittags kaum freies Chlor.
Das kostet Strom und Lebensdauer. Elektrolysezellen sind Verschleißteile, deren Haltbarkeit von den Betriebsstunden und der Leistungsstufe abhängt. Eine Anlage, die dauerhaft auf 100 % läuft, musst du früher tauschen als eine, die mit 50–60 % auskommt. Ein passender Cyanursäurewert ist deshalb auch eine Investition in die Technik. Wenn der Chlorwert trotz hoher Leistung nicht steigen will, hilft der Ratgeber Chlor im Salzwasserpool zu niedrig bei der Ursachensuche.
Was passiert bei zu viel Cyanursäure?
Zu viel Cyanursäure macht das Chlor träge. Der Test zeigt zwar freies Chlor an, ein großer Teil davon ist aber locker gebunden und wirkt langsamer gegen Keime und Algen.
Typische Anzeichen sind Algen oder ein grünlicher Schimmer, obwohl der Chlorwert im Sollbereich liegt, und ein Redoxwert, der trotz ausreichendem Chlor niedrig bleibt. Mehr zu diesem Zusammenhang steht unter Redoxwert im Salzwasserpool zu niedrig.
Wie senkst du einen zu hohen Wert?
Chemisch lässt sich Cyanursäure im Privatpool praktisch nicht entfernen. Der Weg führt über Verdünnung: Du lässt einen Teil des Wassers ab und füllst Frischwasser nach. Den nötigen Anteil berechnest du so:
Anteil Wasserwechsel = (Ist-Wert − Zielwert) ÷ Ist-Wert
Beispiel: Du misst 90 mg/l und willst auf 45 mg/l. Dann gilt (90 − 45) ÷ 90 = 0,5. Du tauschst also die Hälfte des Wassers. Mit dem abgelassenen Wasser verlierst du auch Salz. Miss nach dem Auffüllen den Salzgehalt und salze gemäß Salzmenge berechnen nach.
Wie misst du Cyanursäure zuverlässig?
Für den Alltag reichen Teststreifen, die Cyanursäure mitmessen. Für Entscheidungen wie Nachdosieren oder Wasserwechsel ist ein genauerer Test sinnvoll.
- Teststreifen: schnell, aber die Farbabstufungen bei Cyanursäure liegen weit auseinander. Gut für den Trend.
- Trübungstest mit Tablette oder Reagenz: Das Wasser wird je nach Cyanursäuregehalt trüb, du liest den Wert an einer Skala oder per Photometer ab. Deutlich genauer.
- Fachhändler: Viele Poolfachgeschäfte messen eine mitgebrachte Probe.
Nimm die Probe aus etwa 30 cm Tiefe, abseits der Einlaufdüsen. Sehr kaltes Wasser kann die Trübungsreaktion verfälschen, miss daher am besten bei Badewassertemperatur. Einen Überblick über Streifen und Sets bieten unsere Vergleiche der Pool-Teststreifen und Wassertest-Kits.
Sinnvolle Messzeitpunkte: zu Saisonbeginn, danach einmal im Monat, nach jedem Teilwasserwechsel und wenn du stabilisierte Chlorprodukte nachgelegt hast.
Wie dosierst du Stabilisator richtig?
Als Faustregel heben 10 g reine Cyanursäure pro m³ den Wert um etwa 10 mg/l. Fertige Stabilisatoren sind unterschiedlich konzentriert, daher gilt immer die Angabe auf dem Etikett.
Rechenbeispiel: Dein Pool fasst 40 m³ und hat nach dem Befüllen 0 mg/l. Ziel sind 40 mg/l. Rechnerisch brauchst du 40 × 40 g = 1.600 g reine Cyanursäure. Bayrol gibt für sein Stabichloran zum Saisonstart 250–400 g pro 10 m³ an, das entspricht bei 40 m³ etwa 1–1,6 kg.
- Schutzbrille und Handschuhe anziehen. Cyanursäure-Granulat staubt.
- Pumpe einschalten. Sie sollte die nächsten 24 Stunden durchlaufen.
- Granulat langsam zugeben. Entweder in den Skimmerkorb oder in einem Eimer mit lauwarmem Poolwasser vorlösen. Immer das Granulat ins Wasser geben, nie Wasser auf das Granulat.
- Zwei bis drei Tage nicht rückspülen. Ungelöste Körnchen sitzen im Filter und lösen sich dort weiter auf.
- Erst dann messen. Liegt der Wert noch unter 30 mg/l, legst du eine kleinere Menge nach.
Welche Stabilisatoren es gibt und wie sie sich unterscheiden, vertiefen wir im Ratgeber Chlorstabilisator im Salzwasserpool.
Praxis-Tipp: Cyanursäure bleibt über den Winter im Wasser. Dosiere im Frühjahr deshalb nie pauschal nach, sondern miss zuerst. Wer das Wasser nur teilweise erneuert hat, braucht oft nur einen Bruchteil der Erstmenge.
Welche Fehler treiben den Wert unbemerkt nach oben?
- Schockchlorung mit Dichlor: Pro mg/l Chlor aus Dichlor-Granulat kommt knapp ebenso viel Cyanursäure ins Wasser. Eine Stoßchlorung auf 10 mg/l hebt den Wert also spürbar. Unstabilisierte Alternativen findest du unter Schockchlorung im Salzwasserpool.
- Multitabs „zur Sicherheit“ im Skimmer: Sie enthalten Trichlor und damit Cyanursäure. Im Salzwasserpool sind sie in aller Regel überflüssig.
- Nachdosieren ohne Messung: Jede Saison ein Kilo „nach Gefühl“ summiert sich.
- Kaum Frischwasser: Wer selten rückspült und kaum nachfüllt, verdünnt nichts. Dann steigt der Wert schon durch kleine Zugaben über die Jahre.
Geht es auch ganz ohne Cyanursäure?
Ja, in Hallenbädern, unter festen Überdachungen und bei Becken, die fast immer abgedeckt sind. Im offenen Gartenpool funktioniert es nur, wenn die Anlage genug Reserve hat und du höhere Laufzeiten akzeptierst. Die Vor- und Nachteile dieses Wegs beleuchtet der Beitrag Salzwasserpool ohne Cyanursäure. Die chemischen Grundlagen zum Stabilisator, unabhängig von Salz, findest du unter Cyanursäure im Pool.
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Für den regelmäßigen Überblick reicht ein Streifen, der Cyanursäure mitmisst. Bevor du nachdosierst oder Wasser tauschst, lohnt sich trotzdem eine genauere Messung per Tablettentest oder beim Fachhändler.