Kurz & klar
Einen Salzwasserpool nimmst du in Betrieb, indem du erst die Grundwerte einstellst, dann das Salz bei ausgeschalteter Zelle löst und zuletzt die Elektrolyse startest. Die Reihenfolge: Becken füllen, Filter laufen lassen, Alkalinität und pH einstellen, Stabilisator zugeben, Salz einbringen und 24 Stunden umwälzen, Anlage einschalten und das Chlor über einige Tage feinjustieren. Bis zum ersten Badetag vergehen meist zwei bis drei Tage.
- Salzmenge
- 1 kg/m³ = +1 g/l
- Reihenfolge
- erst Salz lösen, dann Zelle an
- Erster Badetag
- meist nach 2–3 Tagen
Inhaltsverzeichnis
Was brauchst du für die Inbetriebnahme?
Leg dir alles bereit, bevor du anfängst. Dann musst du nicht mitten im Ablauf unterbrechen.
- Poolsalz ohne Jod, Fluor und Rieselhilfe, berechnete Menge plus etwas Reserve
- Messmittel für pH, freies Chlor, Alkalinität, Calciumhärte, Cyanursäure und Salz
- pH-Minus, gegebenenfalls Alkalinität-Plus
- Chlorstabilisator für Becken im Freien
- Poolbürste, Eimer, Schutzbrille und Handschuhe
- Anleitung der Salzanlage mit Zielwert für den Salzgehalt
Wie viel Wasser dein Becken fasst, musst du genau wissen, sonst stimmt keine Dosierung. Hilfe dazu bietet der Ratgeber Poolvolumen berechnen.
Wo wird die Elektrolysezelle eingebaut?
Die Zelle sitzt in der Rücklaufleitung, also hinter Pumpe und Filter. Ist eine Heizung oder Wärmepumpe vorhanden, kommt die Zelle dahinter. So fließt nur gefiltertes Wasser durch die Platten, und das frisch chlorierte Wasser belastet den Wärmetauscher nicht. Zwischen Zelle und Einlaufdüse folgt höchstens noch eine pH-Dosierung.
Achte auf die vorgegebene Fließrichtung und Einbaulage. Viele Hersteller empfehlen einen Bypass mit Ventilen, damit du die Zelle zum Reinigen ausbauen kannst, ohne die Filteranlage stillzulegen.
Das Steuergerät gehört an einen trockenen, schattigen Ort, geschützt vor Spritzwasser. Für fest installierte Anlagen am Pool gelten besondere Vorschriften für die Elektroinstallation, die eine Elektrofachkraft ausführen sollte. Steckerfertige Systeme für Aufstellpools werden zwischen Pumpenschlauch und Einlauf gesetzt und an eine Steckdose mit FI-Schutzschalter angeschlossen.
Spielt der Standort des Pools eine Rolle?
Für die Salzanlage selbst kaum, für den Aufwand schon. Ein Becken in praller Sonne braucht mehr Chlor und mehr Stabilisator. Bäume in der Nähe bringen Laub und Pollen, die Chlor verbrauchen. Und poröse Natursteinplatten direkt am Beckenrand können unter salzhaltigem Spritzwasser leiden. Weitere Kriterien für die Standortwahl findest du im Ratgeber Salzwasserpool bauen.
Schritt für Schritt: So startest du deinen Salzwasserpool
Schritt 1: Becken befüllen und Technik prüfen
Fülle das Becken bis zur Mitte der Skimmeröffnung. Leitungswasser ist meist die einfachste Wahl. Brunnenwasser kann Eisen oder Mangan enthalten, die bei der Chlorung braune Verfärbungen verursachen. Hinweise dazu stehen unter Salzwasserpool befüllen. Prüfe während des Befüllens alle Verbindungen auf Dichtheit.
Schritt 2: Filteranlage starten
Schalte die Pumpe ein, die Zelle bleibt aus. Entlüfte die Anlage nach Anleitung und kontrolliere den Filterdruck. Notiere den Normaldruck bei sauberem Filter, er ist später dein Maßstab fürs Rückspülen.
Schritt 3: Alkalinität und pH-Wert einstellen
Stelle zuerst die Gesamtalkalinität auf 80–120 mg/l ein. Sie puffert den pH-Wert. Danach bringst du den pH-Wert auf 7,0–7,4, Ziel 7,2. Wer die Reihenfolge umdreht, korrigiert den pH-Wert oft doppelt.
Schritt 4: Calciumhärte prüfen
Der Sollbereich liegt bei 150–300 mg/l. Sehr weiches Wasser greift Fugen und Metall an, sehr hartes Wasser lässt Kalk auf den Zellplatten ausfallen. Bei weichem Wasser hebst du die Härte an, siehe Kalziumhärte erhöhen.
Schritt 5: Stabilisator zugeben
Im Freien bringst du die Cyanursäure auf 30–50 mg/l. Als Faustregel heben 10 g reine Cyanursäure pro m³ den Wert um etwa 10 mg/l, die Angabe auf dem Etikett hat Vorrang. Im Hallenbad entfällt dieser Schritt. Details stehen im Ratgeber Cyanursäure im Salzwasserpool.
Schritt 6: Salz berechnen und einbringen
1 kg Salz pro m³ hebt den Gehalt um 1 g/l. Für 35 m³ und einen Zielwert von 4 g/l sind das 140 kg. Gib zunächst etwa 80 % der Menge zu, streue sie im flachen Bereich oder rund ums Becken ein und verteile Haufen mit der Bürste. Für besondere Fälle hilft die Anleitung Salzmenge berechnen.
Schritt 7: 24 Stunden umwälzen und Salz messen
Lass die Pumpe mindestens einen Tag durchlaufen. Dann misst du den Salzgehalt mit Teststreifen oder Messgerät. Liegt er unter dem Zielwert, gibst du den Rest zu und wälzt erneut um.
Schritt 8: Zelle einschalten
Erst jetzt startest du die Elektrolyse. Wähle eine mittlere Leistung und eine Laufzeit von etwa 8–12 Stunden pro Tag. Frisches Wasser enthält noch kein Chlor, und die Zelle braucht eine Weile, um einen Vorrat aufzubauen. Mit einer einmaligen Startdosis Chlor von Hand auf etwa 1 mg/l verkürzt du die Wartezeit. Trage dabei Schutzbrille und Handschuhe und gib das Chlor nie zusammen mit anderen Mitteln zu.
Schritt 9: Feinjustieren
Miss in der ersten Woche täglich pH-Wert und freies Chlor. Liegt das Chlor dauerhaft unter 0,3 mg/l, erhöhst du Leistung oder Laufzeit in kleinen Schritten. Liegt es über 1,0 mg/l, reduzierst du. Der pH-Wert wird in den ersten Tagen spürbar steigen, das ist normal. Mehr zum Feintuning steht unter Salzwasserpool richtig einstellen.
Wie lange dauert es, bis der Salzwasserpool einsatzbereit ist?
| Zeitpunkt | Was passiert |
|---|---|
| Tag 1 | Befüllen, Filter starten, Alkalinität und pH einstellen, Stabilisator und Salz zugeben |
| Tag 2 | Salz ist gelöst, Salzgehalt prüfen, Zelle einschalten, eventuell Startdosis Chlor |
| Tag 3 | Chlor und pH messen, bei Werten im Sollbereich ist Baden möglich |
| Woche 1 | täglich messen, Leistung und Laufzeit anpassen |
Bei großen Becken, sehr kaltem Wasser oder grobkörnigem Salz kann es länger dauern.
Welche Fehler passieren bei der Inbetriebnahme?
- Zelle zu früh eingeschaltet: Solange sich das Salz nicht verteilt hat, meldet die Anlage Fehler oder arbeitet mit falschen Werten.
- Grundwerte übersprungen: Ohne passende Alkalinität springt der pH-Wert, ohne Stabilisator verschwindet das Chlor in der Sonne.
- Salz pauschal nach Sackzahl: Erst rechnen, dann dosieren. Zu viel Salz bekommst du nur durch Wasserwechsel wieder heraus.
- Metallteile nicht geprüft: Leitern und Einbauteile sollten für Salzwasser geeignet sein, etwa Edelstahl in V4A-Qualität. Eine Opferanode aus Zink kann zusätzlich schützen. Mehr dazu unter Salzwasserpool und Rost.
- Nicht nachgemessen: Die ersten Tage entscheiden, ob deine Einstellungen passen.
Nach der ersten Woche gehst du in die normale Routine über. Was dann regelmäßig ansteht, beschreibt der Ratgeber Salzwasserpool-Pflege.
Passende Produkte
well2wellness Poolsalz 25 kg
ErstbefüllungSalzelektrolyse
Für die Inbetriebnahme brauchst du reines Siedesalz ohne Jod und Rieselhilfe, genau das liefert dieses Poolsalz. Rechne die Menge vorher aus und kaufe lieber einen Sack Reserve als zu wenig.
Bayrol Stabichloran 3 kg
Salzwasserpools im FreienGrundeinstellung vor dem Start
Ohne Stabilisator verliert ein Salzwasserpool im Freien an sonnigen Tagen einen Großteil seines Chlors. Zur Inbetriebnahme bringst du die Cyanursäure damit einmalig auf 30–50 mg/l.
POOL Total Salz-Teststreifen
Salzgehalt prüfen vor dem EinschaltenKontrolle der Anlagenanzeige
Bevor du die Zelle einschaltest, solltest du den Salzgehalt unabhängig messen. Für die Inbetriebnahme und gelegentliche Kontrollen reichen diese Streifen gut aus.