Kurz & klar
Meist liegt es an einem vollen oder zu groben Filter: Feiner Staub, Pollen oder Schlamm passieren das Filtergewebe und werden oben am Roboter wieder ausgeblasen. Abhilfe schaffen ein sauberer Filter vor jedem Durchgang, ein Feinfilter für feinen Schmutz und eine laufende Filteranlage, die schwebende Partikel abfängt. Bei einer dicken Schlammschicht hilft es, vorher mit Flockungsmittel zu arbeiten und grob abzusaugen.
- Häufigste Ursache
- voller oder zu grober Filter
- Grobfilter
- ca. 150–200 µm
- Feinfilter
- je nach Hersteller ca. 3–100 µm
- Filteranlage
- nach der Reinigung weiterlaufen lassen
Inhaltsverzeichnis
- 1.Warum wirbelt mein Poolroboter Schmutz auf?
- 2.Die häufigsten Ursachen im Überblick
- 3.Was tun bei einer dicken Schmutzschicht?
- 4.Ist vielleicht das Wasser trüb und nicht der Roboter schuld?
- 5.Verschlechtert aufgewirbelter Schmutz die Wasserqualität?
- 6.Wie beugst du dem Aufwirbeln vor?
- 7.Wann ist ein anderer Roboter sinnvoll?
- 8.Häufige Fragen
Warum wirbelt mein Poolroboter Schmutz auf?
Weil der Schmutz nicht im Filter bleibt oder gar nicht erst angesaugt wird. Ein Poolroboter saugt Wasser an der Unterseite an, schickt es durch einen Filterkorb und stößt es oben wieder aus. Ist der Filter voll, zu grob oder sitzt der Roboter nicht richtig auf dem Boden, entsteht statt eines sauberen Streifens eine Wolke.
Ein wenig Aufwirbeln ist normal. Bürsten lösen Belag vom Boden, und nicht jedes Partikel landet sofort im Filter. Wenn das Wasser nach jedem Durchgang aber minutenlang trüb ist und sich danach wieder ein Film auf den Boden legt, stimmt etwas nicht. Wie die Geräte im Detail arbeiten, zeigt unser Beitrag Wie funktioniert ein Poolroboter?.
Die häufigsten Ursachen im Überblick
| Ursache | Woran du es erkennst | Lösung |
|---|---|---|
| Filter voll oder verklebt | Saugleistung lässt nach, Roboter klettert schlechter | Filter nach jedem Durchgang ausspülen |
| Filter zu grob | Feiner Staub kommt oben als Wolke heraus | Feinfilter einsetzen |
| Luft im Gehäuse | Roboter liegt nicht satt auf, hüpft oder schwimmt auf | Beim Eintauchen schräg halten und Luft entweichen lassen |
| Bürsten abgenutzt | Roboter schiebt Schmutz vor sich her | Bürsten prüfen und tauschen |
| Zu viel Schmutz auf einmal | Dicke Schicht nach Winter oder Unwetter | Vorbehandeln, grob absaugen, dann Roboter |
| Filteranlage aus | Schwebstoffe setzen sich wieder ab | Filteranlage nach der Reinigung laufen lassen |
Filter voll oder verklebt
Das ist der Klassiker. Ein Filterkorb, der schon zur Hälfte voll ist, lässt nur noch einen Teil des Wassers durch. Die Pumpe saugt schwächer, die Bürsten drehen aber weiter und lösen Schmutz, der dann nicht mehr aufgenommen wird. Auch ein scheinbar leerer Filter kann durch Sonnencreme, Kalk oder Algenreste verklebt sein. Spüle ihn deshalb nach jedem Einsatz mit dem Gartenschlauch von innen nach außen durch.
Filter zu grob für den Schmutz
Viele Roboter werden mit einem Standardfilter um 150–200 µm ausgeliefert. Der hält Blätter, Insekten und Sand zurück, aber keinen feinen Staub und keine Pollen. Diese Teilchen gehen durch das Gewebe hindurch und werden oben wieder ausgestoßen. Viele Hersteller bieten deshalb einen Feinfilter als Zubehör an, teils für den Alltag, teils für die Saison mit viel Blütenstaub.
Luft im Gehäuse
Setzt du den Roboter waagerecht ins Wasser, bleibt Luft im Gehäuse. Das Gerät liegt dann nicht richtig auf, saugt Luft und verliert Leistung. Tauche den Roboter senkrecht oder schräg ein und bewege ihn leicht, bis keine Blasen mehr aufsteigen. Er sollte von allein absinken.
Abgenutzte Bürsten
Abgefahrene Bürsten greifen schlechter. Der Roboter rutscht, schiebt den Schmutz vor sich her und wirbelt ihn an Kanten auf. Viele Bürsten haben Verschleißmarkierungen. Ab wann sich ein Tausch lohnt und welche Bürstentypen es gibt, steht im Ratgeber zum Poolroboter-Zubehör.
Zu viel Schmutz auf einmal
Nach dem Winter, nach einem Unwetter oder bei sehr feinem Sand liegt oft eine dicke Schicht am Boden. Kein Roboter nimmt die in einem Durchgang auf. Er arbeitet sich hindurch und hinterlässt Wolken, die sich wieder absetzen. Hier hilft Vorarbeit, siehe unten.
Was tun bei einer dicken Schmutzschicht?
- Grobes Laub zuerst abkeschern. Große Blätter verstopfen den Filter in wenigen Minuten. Ein flacher Poolkescher mit feinem Netz spart hier viel Zeit.
- Schwebstoffe binden. Bei trübem Wasser mit Feinschmutz lässt Flockungsmittel die Partikel zu größeren Flocken verklumpen, die zu Boden sinken. Wie du es dosierst, erklärt der Beitrag Flockungsmittel richtig anwenden.
- Absetzen lassen. Pumpe nach Herstellerangabe des Mittels abschalten, damit sich die Flocken in Ruhe sammeln.
- Langsam absaugen. Die abgesetzte Schicht am besten mit einem Handsauger über die Filteranlage absaugen, bei Sandfiltern direkt in Stellung „Entleeren“, damit der Schlamm nicht im Filtersand landet. Methoden ohne Sauger findest du unter Ablagerungen am Poolboden entfernen.
- Dann den Roboter einsetzen. Starte mit sauberem Filter und, falls dein Gerät das kann, im Modus „Nur Boden“. Mehrere kurze Bodendurchgänge bringen mehr als ein langer Zyklus mit Wand und Wasserlinie.
Ist vielleicht das Wasser trüb und nicht der Roboter schuld?
Manchmal macht der Roboter nur sichtbar, was ohnehin im Wasser schwebt. Wenn das Becken auch ohne Roboter milchig wirkt, liegt die Ursache meist bei der Wasserchemie oder der Filterung. Typische Auslöser sind ein zu hoher pH-Wert, zu wenig freies Chlor oder beginnendes Algenwachstum.
Prüfe deshalb die Werte: pH zwischen 7,0 und 7,4, freies Chlor zwischen 0,3 und 1,0 mg/l. Liegt gebundenes Chlor über 0,2 mg/l, ist eine Stoßchlorung fällig. Während einer Stoßchlorung gehört der Roboter nicht ins Becken. Schritt für Schritt erklärt ist das im Beitrag trübes Poolwasser klar bekommen.
Verschlechtert aufgewirbelter Schmutz die Wasserqualität?
Kurzfristig ja, wenn auch meist nur leicht. Organischer Schmutz wie Pollen oder Laubreste verbraucht Chlor, solange er im Wasser schwebt. Je länger er dort bleibt, desto mehr Desinfektionsmittel bindet er. Deshalb lohnt es sich, die Filteranlage nach dem Roboter weiterlaufen zu lassen.
Ein Sicherheitsaspekt wird oft übersehen: In trübem Wasser siehst du den Beckenboden schlechter. Gerade wenn Kinder baden, sollte das Wasser klar sein, bevor jemand hineingeht.
Wie beugst du dem Aufwirbeln vor?
- Filter nach jedem Durchgang spülen, nicht erst wenn er sichtbar voll ist.
- Feinfilter in der Pollen- und Staubsaison einsetzen, im Herbst bei viel Laub eher den groben Korb.
- Filteranlage ausreichend laufen lassen. Als Faustregel sollte das Wasser zwei- bis dreimal am Tag komplett gefiltert werden, im Sommer sind das meist 8–12 Stunden Pumpenlaufzeit. Details stehen unter Wie lange die Poolpumpe laufen sollte.
- Sandfilter rechtzeitig rückspülen, spätestens wenn der Druck 0,2–0,3 bar über dem Normaldruck liegt.
- Becken abdecken, wenn es nicht genutzt wird. Weniger Eintrag heißt weniger Arbeit für den Roboter.
- Roboter regelmäßig laufen lassen. Zwei bis drei Durchgänge pro Woche verhindern, dass sich überhaupt eine dicke Schicht bildet.
Wann ist ein anderer Roboter sinnvoll?
Wenn es für dein Modell keinen Feinfilter gibt, der Filterkorb sehr klein ist oder der Roboter rein zufällig fährt und dieselben Stellen immer wieder aufwühlt, stößt du an die Grenzen des Geräts. Moderne Roboter arbeiten mit zweistufigen Filtern und planen ihre Bahnen, statt kreuz und quer zu fahren. Die beiden Modelle oben sind Beispiele dafür. Weitere Geräte für verschiedene Beckentypen findest du im Poolroboter-Vergleich.
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